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Nachricht vom 2017-04-19
Verfasser: Werner Schulz  
„Nicht mit mir!“ – Kinder lernen, deutlich „Nein“ zu sagen

An vier Vormittagen vermittelte Klaus Inderst den dreizehn Vorschulkindern des St. Wolfgang-Kindergartens in einem Selbstverteidigungskurs, wie sie sich selbst behaupten können und bei Gefahren reagieren sollen. Mit dem Bilderbuch vom „Teddybär und dem Wolf“ machte er ihnen bewusst, dass nur sie zu bestimmen haben, wer sie anfasst oder ihnen Küsschen geben darf.
Hirschau. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse nach dem Konzept „Nicht mit mir!“ Die dreizehn Vorschulkinder des St. Wolfgang-Kindergartens durften einen solchen Kurs vier Vormittage lang mitmachen. Geleitet wurde er von Klaus Inderst von der Kampfkunstschule Amberg. Nach Abschluss des Kurses bekamen die Mädchen und Buben von ihm eine Urkunde überreicht.

Dem Kurs vorausgegangen war ein Elternabend, bei dem der Kursleiter den Mamas und Papas zahlreiche Tipps und Anregungen gab, wie sie selbst zum rechtzeitigen Erkennen von Gefahren und Gewaltbildern, zur Vorbeugung vor Gewalt oder sexuellen Übergriffen beitragen können. „Bei der Selbstverteidigung von Kindern geht es vorrangig darum, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Der Wille zur Selbstbehauptung kommt noch vor der Selbstverteidigung“, betonte Inderst.

Mit den Kindern übte er einfache aber sehr effektive Selbstverteidigungsmöglichkeiten ein. In Rollenspielen lernten die künftigen Abc-Schützen, auch gegenüber Erwachsenen laut und deutlich „Nein“ zu sagen. Bei lautstarken Kommandos wie „Mir reicht’s! Ich will das nicht! Hau ab! Lass mich in Ruh! Geh weg!“ setzten sie ihre eigene Stimme kräftig ein. Mit dem Bilderbuch vom „Teddybär und dem Wolf“ machte er den Mädchen und Jungen bewusst, dass nur sie zu bestimmen haben, wer sie anfasst oder ihnen Küsschen geben darf. Die Kinder trainierten auch, wie man eine beruhigende Haltung einnimmt, selbstbewusst auftritt und sich nichts gefallen lässt. Sie lernten, den Kopf zu schützen und sich fallen zu lassen, ohne sich weh zu tun. Inderst übte mit den Mädchen und Buben kindgerechte und sehr wirkungsvolle Selbstverteidigungstechniken ein. Die Kleinen wissen nun, wie man schnell aus einem „Schwitzkasten“ herauskommt: nämlich durch Zwicken in die Innenseite des Oberschenkeln des Gegners, was sehr schmerzhaft ist.

Das Bilderbüchlein „Die beiden Hähne“, die sich um einen Wurm streiten und am Ende beide leer ausgehen, weil sie gleich gegeneinander kämpften, statt miteinander zu reden, nutzte Inderst zum Appell, Konflikte möglichst zu vermeiden. „Es ist immer klug, miteinander zu reden.“ Zum Abschluss durften die Kinder ihren Eltern vorführen, was ihnen Klaus Inderst alles beigebracht hatte. Neben ihren Urkunden erhielten die Kinder auch die Anleitung für eine „Mitgehliste“, welche die Eltern den Kindern einprägen sollen: Nur mit den dort aufgeführten Personen dürfen die Kinder mitgehen, ohne vorher Zuhause Bescheid zu sagen. Mit allen anderen Personen nur, nach Rückfrage bei den Eltern.

Kinderpflegerin Martina Dolles, die den gesamten Kurs begleitet hatte, bedankte sich bei Klaus Inderst mit einem kleinen Präsent. Einige Muttis äußerten den Wunsch nach einem Selbstverteidigungskurs für Frauen. Dieser soll nun in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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