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Nachricht vom 2017-11-28
Verfasser: Werner Schulz  
Mutters Rat nicht befolgt – Wirtshaus nicht gemieden

Beim Wirtshausliedersingen des Heimat- und Trachtenvereins im Gasthaus Weich wartete die Vollblutmusikerin Saskia Krügelstein (r.) kurz vor dem Beginn der staaden Adventszeit mit Trink- und Wirtshausliedern auf, die es in jeder Hinsicht in sich hatten.
Hirschau. „Meine Mutter sagt es mir, ich soll das Wirtshaus meiden“ sang Saskia Krügelstein voller Inbrunst beim Wirtshausliedersingen, zu dem der Heimat- und Trachtenverein in das Gasthaus Weich – zum „Gschrei“ - eingeladen hatte. Die Anwesenden hatten Mutters Rat nicht beherzigt. Kurz vor Beginn der staaden, besinnlichen Adventszeit war für sie für zwei Stunden nochmal Stimmung pur angesagt.

Trachtler-Vorstand Michael Meier freute sich, in der Gaststube des Traditionswirtshauses, das seit 1900 in der vierten Generation in Familienbesitz ist, auch eine Reihe sangesfreudiger Nichtmitglieder begrüßen zu können. Ob Mitglieder oder nicht - sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Die Vollblutmusikerin Saskia Krügelstein wartete mit einem Repertoire an Trink- und Wirtshausliedern sowie Couplets auf, das es in jeder Hinsicht sich hatte.

Die Musik ist der Hirschauerin gleichsam in die Wiege gelegt. Papa Peter Fink, eine gebürtiger Sorghofer, brachte sie schon als Kind zum Trachtenverein „Erika“ in Sorghof, wo sie noch immer Mitglied ist. Beim Oberpfälzer Gauverband wurde man schon früh auf ihr außergewöhnliches Talent aufmerksam. Seit gut 14 Jahren ist sie Vorsitzende des Sachausschusses Musik des Gauverbandes, seit geraumer Zeit auch Referentin bei Seminaren des Landesverbandes für Heimatpflege. Kein Wunder also, dass es ihr blendend gelang, ihr Publikum nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitsingen zu animieren.

Vor allem „Der Sperling“ hatte es den Gästen angetan. Beim Refrain „Annemarie, Annemarie, so schön wie heut warst du noch nie“ gab es kein Halten mehr. Das böhmische Räuberlied von „De Schwirza vom Landl“, die sich beim Schwärzen von Salz und Zucker vor den „Finanzern“ in Acht nehmen müssen, kam genauso gut an wie das Lied vom in „d’Leitn g’saat’n Weiz“, den der böhmische Wind „verwaht hot“.

Für Heiterkeit sorgten die Lieder vom Auf- und Abstieg des Maurergesellen, der mit Vollbart zur Mutter heimkam und vom „Heinerle, dem dreisten Kind“, das erstmals seiner dicken Tante begegnete. In diese heitere Reihe passte bestens die mitleiderregende Geschichte „Sua a Zahwäih und sua a Hehnaaugn“. Nach so viel Spaß und musikalischer Gaudi fiel das Singen der Gute-Nacht-Lieder „Und jetzo kommt die Nacht herein“ und „Ade zur guten Nacht“ fast ein bisschen schwer, erst recht das Heimgehen.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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