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Nachricht vom 2018-01-12
Verfasser: Werner Schulz  
Trotz Hochwasserkatastrophe viel Positives aus Sauraha zu vermelden

Mit Bildern dokumentierten Bärbel Birner und Isabelle Haustein die Schäden, die das Hochwasser im Prof.-Dausch-Kinderhaus angerichtet hatte. Die gesamte Einrichtung war zerstört, sämtliches Inventar in der dort untergebrachten Nähschule durch den Schlamm unbrauchbar gemacht.
Sauraha/Amberg-Sulzbach. „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen!“, schrieb einst der Dichter Matthias Claudius. Eine ganze Menge zu erzählen über ihren Hilfseinsatz im nepalesischen Sauraha hatten Geschäftsführerin Bärbel Birner und Isabelle Haustein der Africa-Luz-Vorstandschaft bei ihrer von Professor Dr. Dieter Dausch geleiteten Jahresabschluss-Sitzung.

Zwei Wochen dauerte im November ihr Aufenthalt in dem im Royal-Chitwan-Nationalpark gelegenen Ort, in dem sich Africa Luz seit 2006 engagiert, dort u.a. den Bau des Prof.-Dausch-Kinderhauses und eines Ambulatoriums finanziert hat. Als beide den Reisetermin Anfang 2017 festlegten, beabsichtigten sie primär, die im Notfallkrankenhaus arbeitenden Ärzte bei Augenuntersuchungen und Operationen zu unterstützen, sie einmal mehr mit Medikamenten und medizinischen Geräten zu versorgen und generell wieder einmal „nach dem Rechten zu sehen“.

Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass Nepal im August von einer bespiellosen Hochwasserkatastrophe heimgesucht wird. Dass auch Sauraha davon betroffen war, hatte man schon im Vorfeld von Sher Kintzl-Bahadur, dem Vizepräsidenten von Green Society Nepal erfahren, mit dem man seit Jahren eng zusammenarbeitet. „Das Kinderhaus bot einen mehr als traurigen Anblick. Die gesamte Einrichtung war zerstört“, berichtete Bärbel Birner, um im gleichen Atemzug anzufügen: „Gott sei Dank war das Ambulatorium von den Wassermassen verschont geblieben.“

Bilder dokumentierten die Schäden im Kinderhaus, das ca. einen Meter unter Wasser gestanden hatte. Fundament, Fußböden und Wände waren beschädigt, sämtliches Inventar in der dort untergebrachten Nähschule durch den Schlamm unbrauchbar gemacht. Bärbel Birner veranlasste umgehend die nötigen Sanierungsarbeiten, die noch während ihres Aufenthalts in Angriff genommen wurde. Ca. dreißig Familien, deren Häuser von den Fluten total zerstört wurden, waren obdachlos geworden.

Deren Not konnten Bärbel Birner und Isabelle Haustein dank einer 20 000-Euro-Spende von Klaus und Gertrud Conrad lindern. Im Beisein des Bürgermeisters konnten sie jeder der betroffenen Familien für den Häuserneuaufbau 500 Euro in bar übergeben (AZ berichtete).

Im Ambulatorium galt das erste Interesse der zwei Besucherinnen der augenärztlichen Untersuchungseinheit, die sie 2015 zur Einweihung der Klinik mitgebracht und eigenständig zusammengebaut hatten. „Sie hat einwandfrei funktioniert, eine junge Assistenzärztin aus dem nahegelegenen Augenkrankenhaus hat damit gerade Untersuchungen durchgeführt“, erzählte Isabelle Haustein. Mindestens zweihundert Patienten wurden an diesem Tag kostenlos am Auge untersucht.

In einem zweiten Raum war ein Internist damit beschäftigt, einen Patienten mit einem Ultraschallgerät zu untersuchen. Das neue, hochmoderne Gerät hatte Africa Luz finanziert. Die Kosten hatten ca. 15 000 Euro betragen. „Natürlich war der Andrang der Leute sehr groß. Jeder wollte mit der „neuen Maschine“ behandelt werden.

Da bei den letzten Nepalaufenthalten aufgefallen war, dass viele Menschen dort an Diabetes erkrankt sind, hatte man fünf Zuckermessgeräte und dreihundert Teststreifen mitgenommen. Bei einem eigens organisierten „Zuckertag“ wurden kostenlos unzählige Zuckertests durchgeführt, auffällige Personen sofort an einen Internisten zur weiteren Behandlung überwiesen.

Nächste Besuchsstation war die Augenklinik, die mit dem Africa-Luz-Ambulatorium kooperiert. Als Geschenk hatte man fünfzig intraokulare Linsen, Salben und Augentropfen im Gesamtwert von 7 000 Euro mitgebracht. Als Belohnung durften die deutschen Gäste im Operationssaal einer Grauen-Star-OP beiwohnen. Dabei wurde der Patientin natürlich eine der mitgebrachten Linse eingesetzt.

Erfreuliches gab es auch über die in den letzten Jahren errichtete Schule zu berichten. Africa Luz hat das Grundstück dafür zur Verfügung gestellt. Rund 350 Kinder im Alter zwischen vier und fünfzehn Jahren empfingen die Besucherinnen auf dem Schulhof zu den Klängen der nepalesischen Nationalhymne mit Blumensträußchen.

„Das war Gänsehaut pur!“ Von der Ausstattung der Schule, so beide übereinstimmend, habe man bei der Besichtigung einen überaus positiven Eindruck gewonnen. Man habe normale Klassenzimmer mit neuwertigen Schulbänken und Tafeln vorgefunden, ebenso liebevoll eingerichtete Spielecken für die Vorschulkinder und mit Laptops ausgestattete Computerräume.

Einigkeit herrschte im Vorstandsgremium, dass man die Unterstützung für die Projekte in Sauraha auf jeden Fall fortsetzen wird. Alle bisherigen Africa-Luz-Investitionen hätten dazu beigetragen, die Lebensqualität der dort lebenden Menschen und die Zukunftschancen für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Um weiter helfen zu können, darauf wies Schatzmeister Reinhold Birner hin, sei man weiterhin auf Spenden angewiesen.

Wer Africa-Luz mit Spenden unterstützen will, kann diese entweder auf das Konto Nr. 200 799 799 bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach (BLZ 752 500 00) oder das Konto Nr. 64 93 93 9 bei der Volks- und Raiffeisenbank Amberg (BLZ 752 900 00) überweisen. Wer sich dauerhaft für Africa Luz engagieren möchte, der kann zum Jahresbeitrag von 60 € Mitglied werden. S
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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