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Nachricht vom 2018-02-06
Verfasser: Werner Schulz  
Hirschau erlebt Bilderbuch-Kinderfaschingszug

Stadtheimatpfleger Sepp Strobl führte den Kinderfaschingszug an - dieses Mal im Outfit der 1930-er Jahre mit einer „Buckelkirm“ auf dem Rücken, prallvoll mit Gieß- und Milchkanne, Schwarzbeerkamm und Töpfen – alles erstanden bei der „Schreiber Kune, dem ersten Haus am Platze seit über 80 Jahre“, als es in Hirschau weder REWE noch NETTO oder EDEKA gab. Ihm folgte die gastgebende Kinder- und Jugendgarde.
Hirschau. Einen Kinderfaschingszug wie aus dem Bilderbuch erlebte Hirschau am vergangenen Samstag. Hunderte fantasievoll und originell kostümierte Kinder bahnten sich den Weg durch eine Menschenmenge, wie sie die Innenstadt seit dem Volksmusikspektakel „dousamma“ nicht mehr gesehen hat.

Gaudiwurm-Initiatorin Regina Merkl hatte gut daran getan, aufgrund der Anmeldungen den Startplatz um einige hundert Meter von der Schlossbrauerei zur Unteren Mühle zu verlegen. Von dort setzte sich das kunterbunte, farbenfrohe Narrenvölkchen unter den Klängen des Musikzugs, erstmals dirigiert von Wolfgang Vögele, in Bewegung.

Vorne weg marschierte, gefolgt von der gastgebenden Kinder- und Jugendgarde und den Musikzug-Majoretten, Stadtheimatpfleger Sepp Strobl - dieses Mal im Outfit der 1930-er Jahre mit einer „Buckelkirm“ auf dem Rücken, prallvoll mit Gieß- und Milchkanne, Schwarzbeerkamm und Töpfen – alles erstanden bei der „Schreiber Kune, dem ersten Haus am Platze seit über 80 Jahre“, als es in Hirschau weder REWE noch NETTO oder EDEKA gab.

Das brandaktuelle Supermarkt-Thema nahm auch die Krabbelgruppe Zwergerltreff aufs Korn. Die Mamis schepperten mit ihren Einkaufswägen über das Straßenpflaster. „Hirschau – Stadt der Supermärkte“ prangte auf dem Schild über Cathi Meindls Wagen, in dem es sich ihre Drillinge Lukas, Lena und Leopold gemütlich gemacht hatten.

Die „Eichen-Weicher“ nahmen die illegale Baumfällaktion im Neubaugebiet Sonnenstraße auf die Schippe und boten sich unter der Hotline 0190/666 für „Fällarbeiten jeder Art“ an. Von der Tribüne aus kommentierten Bürgermeister Hermann Falk und Ex-Musikzugchef Werner Stein genüsslich die ins Visier genommenen lokalen Ereignisse. Sie feuerten das Publikum immer wieder mit einem kräftigen "Hirschau OHO" an und stellten humorvoll die vorbeimarschierenden Maschkerer-Gruppen vor.

Ideenreich und kreativ kostümiert präsentierten sich die Kleinen der drei Stiftungs-Kindergärten. Ein Top-Hingucker waren die ESA-Astronauten des Marien-Kindergartens. Die Angehörigen der St. Wolfgang-Kindergartenfamilie hatten sich in edle Rittersleit verwandelt. Tierisch verkleidet hatten sich nicht nur Klein und Groß des Antonius-Kindergartens, sondern auch die Mädchen und Jungen der Schnaittenbacher Grundschule, denen Schule angeblich „tierisch Spaß macht“. Nicht weniger einfallsreich kostümiert waren die Kleinen des Conrad-Johanniter-Kinderhauses, der Nachwuchs der Hirschauer Anglerfreunde und der TuS-Turnabteilung sowie die Schnaittenbacher Krabbelgruppe.

Im Stile echter Profis marschierten und tanzten die Kindergarden aus Freudenberg, Sulzbach-Rosenberg, Schmidmühlen und Kohlberg durch die Hauptstraße, an deren beiden Seiten sich die Zuschauer drängten. Nicht fehlen beim Umzug durften die Jugendlichen und Festdamen der Freiwilligen Feuerwehr, die Werbung für ihr im Juli anstehendes 150-jähriges Gründungsjubiläum machten.

All die Maschkerer mussten die Gaudistrecke per pedes zurücklegen. Nur seine Tollität Prinz Jonas I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Laura I. genossen das Privileg, im offenen Cabrio chauffiert zu werden. Mit der Ankunft auf dem Marktplatz war die Faschingsgaudi keineswegs zu Ende. Bei Stimmungsmusik ging es an der Bar genauso rund wie am Kaffee- und Kuchen- und Verpflegungsstand.
Bilder:

Foto(s): Werner Scchulz

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