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Nachricht vom 2018-02-09
Verfasser: Werner Schulz  
Raubritter machen Hirschau unsicher

Als Ritter und Burgfräulein verkleidet stürmten die Mädchen und Jungen des St. Wolfgang-Kindergartens am Unsinnigen Donnerstag das Rathaus. Die erwachsenen Entführer bzw. Entführungsopfer hinten v.l.: Johanna Hergeth, Julia Waldhauser, Claudia Zeilmann, Lisa Petermeier, Gerlinde Falk, Dominik Schön, Christine Kugler und Eva Ries, vorne v.l.: Martina Dolles (halb verdeckt), König Hermann Falk, Prinz Michael Mrosek und Hannelore Dorner.
Hirschau. Am Unsinnigen Donnerstag lebt es sich gefährlich in der Hirschauer Innenstadt, besonders in der Raiffeisenbank, in der Sparkassen-Filiale und natürlich im Rathaus. Voriges Jahr überfiel eine Indianerbande die dort Beschäftigten und kidnappte sogar Bürgermeister Hermann Falk und drei seiner Angestellten. Dem Rathaus-Chef blieb dieses Schicksal auch heuer nicht erspart.

Allerdings stürmten dieses Mal nicht Rothäute das Rathaus, sondern eine marodierende Ritterbande samt ihren Burgfräuleins. Die dreisten Täter konnten auch ohne Videoüberwachungskamera sofort ermittelt werden – es handelte sich um die Mädchen und Jungen des St. Wolfgang-Kindergartens mit ihrer Bandenchefin Johanna Hergeth und ihren erwachsenen Komplizinnen. Auf ihrem Beutezug hatten sie in den beiden Geldinstituten den Herren ihre Krawatten gestutzt und Unmengen von Süßigkeiten erpresst. Damit vollgepackt und mit bunten Luftballons bewaffnet ging es weiter zum Rathaus.

Auch da kannten die Eindringlinge keine Gnade mit den durchwegs teure Krawatten tragenden Herren. „Schnipp und Schnapp“, schon war das dekorative Kleidungsstück ab, auch bei Bürgermeister Falk. Dann ging es richtig zur Sache. Das Stadtoberhaupt wurde in den Bollerwagen verfrachtet, sein Mitarbeiter Michael Mrosek gezwungen, diesen durch die Stadt zum Kindergarten zu ziehen, begleitet von lauten Rufen der Raubritter. Auch Sekretärin Christine Kugler musste im Tross mitmarschieren.

Im Turnraum absolvierten Falk und Mrosek das Ringestechen und die Kutschfahrt mit Bravour. Sie wurden dafür mit Urkunden belohnt. Um die Freiheit wieder zu erlangen, bezahlte der Bürgermeister Lösegeld in Form von Gummibärchen. Nach dem Ritteressen durfte das Rathaustrio zurück an seine Arbeitsplätze.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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