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Nachricht vom 2018-04-14
Verfasser: Werner Schulz  
Bayerische Traditionspflege in Down Under

Seit 18 Jahren lebt die 42-jährige gebürtige HirschauerinIris Strobl in der südaustralischen Stadt Adelaide und engagiert sich dort im „Bund der Bayern“. Dessen Mitglieder werden morgen das Programm des Heimatabends im Schlosskeller mit Musik-, Tanz- und Schuhplattler-Einlagen bereichern.
Hirschau. Wenn morgen um 18 Uhr im Schlosskeller ein zünftiger Heimatabend beginnt, bei dem muusiziert, gesungen, getanzt und geplattelt wird, dann sind nicht nur einheimische Trachtler in Aktion. Einige der Akteure, die schmucke weiß-blaue Drindln bzw. krachlederne Kniebundhosen samt Waldstrümpf, Haferlschuh und Gamsbart-Hüte tragen, kommen vom anderen Ende der Welt – aus der 15 000 Kilometer entfernten Küstenmetropole Adelaide.

Dass die Gäste aus Down Under bayerische Tracht tragen, hat einen einfachen Grund. Sie gehören alle dem „Bund der Bayern“ an, einem Verein, der 1959 von einem Münchner Metzger gegründet wurde. Eines der ca. 50 „Bund-der-Bayern-Mitglieder“ ist die 42-jährige gebürtige Hirschauerin Iris Strobl. Bis vor kurzem war die studierte Tourismus- und Eventmanagerin für den Verein sogar an exponierter Stelle tätig, als stellvertretene Gruppenleiterin und Event-Organisatorin. Beide Ämter hat sie abgegeben, nachdem sie die Präsidentschaft der Südaustralischen deutschen Vereinigung übernommen hat.

Im Verein weiterhin aktiv sind ihre beiden Töchter Sophie (17) und Lilly (15). Letztere ist auch beim morgigen Heimatabend mit von der Partie.

Dass die australische Reisegruppe zum zweiten Mal nach 2014 in Hirschau Station macht, ist also kein Zufall, sondern Iris Strobl zu verdanken. Sie lebt seit 18 Jahren in Adelaide und kommt alle zwei bis Jahre auf Heimaturlaub nach Deutschland, speziell natürlich nach Hirschau, wo ihre Mutter Martha, eine ganze Reihe Verwandter und viele Freunde wohnen.

Seit 18 Jahren lebt Iris Strobl in Australien. Als Au-Pair-Mädchen war sie damals in Seattle tätig. Während dieses Aufenthalts, so erzählt sie, lernte sie ihren späteren, jetzt ehemaligen Mann kennen. Das Paar ist dann von Seattle nach Adelaide umgezogen. Dort fühlen sich die Wahl-Australierin und ihre beiden Töchter wohl. Sie selbst gibt als Deutsch- und Englischlehrerin Privatunterricht.

Ihre Entscheidung, in Adelaide sesshaft zu werden, hat Iris Strobl bisher nicht bereut. Dabei räumt sie ein, zwischendrin durchaus ab und zu Heimweh zu verspüren. Umso mehr tut es dann gut, wenn sie Besuch aus der deutschen Heimat bekommt, was nach ihrer Aussage „eigentlich oft“ der Fall ist. In der Mehrzahl sind die Besucher Familienmitglieder, allen voran die Mama. Aber auch eine Reihe von Freunden war teilweise schon mehrfach bei ihr.

Dass sie sich dem „Bund der Bayern“ angeschlossen hat, dazu haben ihre Töchter nicht unerheblich beigetragen. Als Iris Strobl beim deutschen Klub gearbeitet hat, sind die Bayern-Bündler aufgetreten. Sophie und Lilly waren von der Folklore spontan begeistert und wollten sofort mitmachen. Ihr selbst hat das Ganze auch gefallen, obwohl sie daheim nie etwas mit Brauchtumspflege oder dem Heimat- und Trachtenverein zu tun hatte. Dass sie sich dann selbst im „Bund der Bayern“ engagiert habe, habe damit zu tun, dass „man sich in der Ferne mehr auf seine Wurzeln besinnt.“

Außer ihr gab es im Verein eine Oberpfälzerin aus Neustadt an der Waldnaab. Dem Bund gehörten nicht nur Bayern an. Der Präsident Reinhard Struve ist z.B. gebürtiger Niedersachse. Auch Australier seien im Club vertreten. Die aktiven Mitglieder treffen sich einmal wöchentlich zur Probe und natürlich zu Auftritten. „Wir sind bei den Australiern gefragt und werden oft für offizielle Anlässe gebucht“, weiß Iris Strobl zu berichten und ergänzt erfreut: „Wir haben sehr viel Unterstützung von unseren Politikern“.

Ihr heuriger Heimaturlaub dauert vier Wochen. 17 Tage davon verbringt sie in Hirschau. Am 30. Mai geht es „wieder nach Hause“, wie sie formuliert. Das gesamte Reiseprogramm hat sie gemeinsam mit den Gruppenleitern und mit Reinhard Struve zusammengestellt. Die Idee, den Hirschau-Aufenthalt für einen Besuch auf der Schmie-Alm in Freudenberg zu nutzen, stamme von einem Schulkameraden, dem Vorsitzenden des Freudenberger Heimat- und Kulturvereins und Chef der AZ-Redaktion Uli Piehler.

Beim morgigen Heimatabend im Schlosskeller wird Iris Strobl wieder einen Wahl-Hirschauer treffen, der in Adelaide geboren ist – den stellvertretenden Vorsitzenden des Heimat- und Trachtenvereins Gaston Lottner. Er erblickte 1962 als Sohn einer niederländischen Mutter und eines deutschen Vaters in Adeelaide das Licht der Welt. Die Familie kehrte aber bereits 1963 in die Oberpfalz, genau gesagt nach Raigering, zurück. Seit 1993 ist er mit der Hirschauerin Iris Dobmeyer verheiratet und wohnt seit 1995 mit seiner Frau und seinen drei Kindern Elia (22), Sina (21) und Julius (14) in Hirschau.

Zu Ostern 2015 erlebten die Lottners zusammen mit Franz und Martina Dolles als Gäste des „Bund der Bayern“ bei Iris Strobl in Australien interessante Tage, die noch in bester Erinnerung sind. Das wird mit Sicherheit auch auf den morgigen Heimatabend zutreffen, zu dem die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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