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Nachricht vom 2018-05-08
Verfasser: Werner Schulz  
Einzigartige Fotoausstellung über einzigartigen Kräutergarten

Am Freitag wurde im Kulturstadel die Fotoausstellung „Schnaittenbacher Kräutergarten – Oase der Sinne eröffnet. Der passionierte Hobby-Fotograf Hans Meindl (r.) gewährt mit einzigartigen, großformatigen Bildern einzigartige Einblicke in das Pflanzen- und Blumenparadies. Mit im Bild v. l.: Uwe Bergmann (2. Bürgermeister), Heinz Steinkohl (Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins und Ausstellungs-Initiator) und Willi Meier (Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins und „Seele des Kräutergartens“).
Schnaittenbach. Jahr für Jahr lassen sich hunderte Besucher faszinieren von der Pflanzen- und Blumenwelt des Schnaittenbacher Kräutergartens. Dem passionierten Hobby-Fotografen Hans Meindl hat es das Kleinod besonders angetan. Über 500 Bilder hat er in dem kleinen Paradies geschossen. 40 großformatige Aufnahmen sind seit Freitag bei der Fotoausstellung „Schnaittenbacher Kräutergarten – Oase der Sinne“ im Kulturstadel zu bewundern.

Dort gab es bei der Eröffnung durch Heinz Steinkohl, dem Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins und Ausstellungs-Initiator, keinen freien Platz. Er bezeichnete Hans Meindl als „Glücksfall für die Schnaittenbacher“. Die Ausstellung zeige einzigartige Bilder wie z.B. das des exotischen Seeigelkaktus. Um ihn zu fotografieren, habe sich Meindl sputen müssen, da der Kaktus nur einen Tag lang blüht.

Namens der Stadt dankte 2. Bürgermeister Uwe Bergmann dem AK Heimat und Kultur für die Organisation der Ausstellung. Er sorge das ganze Jahr für einen Veranstaltungsreigen in und um das Kulturzentrum. Das Verdienst des Obst- und Gartenbauvereins-Teams um Willi Meier sei es, dass der Kräutergarten überregional als blühende Oase der Sinne und der Stille bekannt sei.

Bergmann lobte Meindls Leidenschaft für die Fotografie. Seine Ausstellung ermögliche dem Publikum ganz andere Blickwinkel auf die Pflanzen. Meindl beweise, dass im Zeitalter von Handy-Schnappschüssen und Selfies, Fotografie auch Kunst und Kultur sein kann. Er vermittle visuelle Eindrücke, die im Gedächtnis haften bleiben.

Der so Gelobte machte kein Hehl aus seinem Faible für das Fotografieren und seiner Liebe zum Kräutergarten. „Er ist das Blumenparadies der Oberpfalz, so wie die Insel Mainau als Blumenparadies Deutschlands gilt.“ Davon zeugte Busse, die deshalb aus ganz Bayern nach Schnaittenbach kommen. Mit seiner Minox um den Hals schilderte er, dass er schon als Zwölfjähriger von seinem Vater die Begeisterung für das Fotografieren übernahm. Ihn reize zum einen die Freude an schönen Bildern, zum anderen „das Festhalten des schnell vergänglichen Augenblicks“.

Der Rektor a.D. zitierte Goethe, dessen Faust ebenfalls den Augenblick festhalten möchte, dafür sogar seine Seele opfern würde. Heute brauche man aufgrund der fotografischen Technik nicht mehr seine Seele opfern. Man drückt auf den Auslöser und der schnell vergängliche Augenblick wird eingefroren. Beifall erntete er für sein abgewandeltes Faust-Zitat: „Mag ich zum Augenblicke sagen, verweile doch, du bist so schön. So wird dich meine Canon jagen. Mephisto kann zum Teufel gehn!“

Meindl erklärte exemplarisch einige der Bilder. Am Beispiel der Aufnahme des „Goldenen Stuhls“ machte er deutlich, dass Kunst auch erst im Gehirn des Betrachters entstehen kann. Es komme auf dessen Vorstellungskraft und Einfallsreichtum an. Deshalb hätten manche Bilder keinen Titel. Man könne diese sogar philosophisch interpretieren, betrachte man z.B. den an sich unscheinbaren Seeigelkaktus, der für kurze Zeit unerwartet herrliche Blüten hervorbringt. Übertragen auf den einzelnen Menschen, bedeute dies, dass in äußerlich unauffälligen Menschen wunderbares Potential stecken kann. Der tiefere Sinn der Fotokunst entfalte im Transfer auf den Menschen seine eigentliche wichtige Bedeutung.

Vom Publikum erntete Hans Meindl hohe Anerkennung – für seine fotografische Leistung und seine interessante Bildauswahl genauso wie für seine „lebendige, anschauliche, kompetente und humorvolle Präsentation.“ Willi Meier, unbestritten die Seele des Kräutergartens, beließ es nicht bei lobenden Worten. Er bedankte sich bei Hans Meindl mit einem Blumenkorb für die aufwändige Bilderpräsentation „seines Kräutergartens“.

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt am Samstag, 12. Mai, von 17 bis 19 Uhr und am Sonntag, 13. Mai, von 14 bis 18 Uhr im Kulturstadel im Innenhof des neuen Rathauses geöffnet.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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