Hirschau (Bericht von Werner Schulz) „Landmusikort des Jahres 2026“ – dieses Gütesiegel wurde der Stadt Hirschau im Juni vom Deutschen Musikrat und vom Bundesverband Chor & Orchester verliehen. Am Samstag erfolgte die Übergabe der Ehrungsplakette samt Urkunde und Preisgeld in Höhe von 6 000 Euro.
Das 50. Marktplatzfest des Musikzugs war der passende Rahmen für die offizielle Ehrung. Dies unterstrich Bürgermeisterin Beate Dietrich in ihrer Begrüßung. Den Preis, auf den ganz Hirschau stolz sein könne, verdanke man den Ehrenamtlichen in den Vereinen und der guten Zusammenarbeit untereinander. In den Antragsunterlagen seien Nachhaltigkeit, Inklusions- und Jugendarbeit, Traditionspflege sowie die Einbindung aller Bevölkerungsschichten und
Generationen gefragt gewesen, ebenso die Verwendung eines etwaigen Preisgeldes. Dieses werde man für das 2027 geplante „Kummt’s eina“ verwenden. Werner Stein habe darauf aufmerksam gemacht, dass es diese Auszeichnung gibt. Daran erinnerte sich noch genau Bürgermeister a. D. Hermann Falk. Er machte kein Hehl aus seiner Freude, dass die Anfänge der Bewerbung noch in seiner Amtszeit liegen. Werner Stein sei Ende 2025 mit der Idee auf ihn zugekommen. „Warum eigentlich nicht? Wir haben doch musikalisch einiges zu bieten.“ Letztlich sei für die Jury die unglaubliche Vielfalt des musikalischen und kulturellen Lebens in Hirschau entscheidend gewesen. Falk nannte den Musikzug und die Majoretten, die Chöre, die Wirtshausmusik, den Heimat- und Trachtenverein, die Kulturwerkstatt, den Festspielverein, die Kirchengemeinden, die Kindergärten und Schulen und viele weitere Gruppen und Personen, die sich mit Begeisterung einbringen. Alle Generationen machten mit. Hinter allem stehe etwas, das man weder kaufen noch anordnen kann – ehrenamtliches Engagement. Dafür gelte es allen zu danken. Einen besonderen Dank sagte Falk an die Adresse von Monika Reindl, der Tourismusbeauftragten der Stadt. Sie habe in kurzer Zeit, unterstützt von Werner Stein, die umfangreichen Bewerbungsunterlagen zusammengestellt. Es passe perfekt, wenn das Preisgeld mit der Verwendung für das „Kummt’s eina 2027“ wieder in ein Fest fließt, das die Vielfalt des Angebotes in Hirschau sichtbar macht.
Stellv. Landrat Hans-Martin Schertl überbrachte die Glückwünsche von Landrat Richard Reisinger. Er hob in seinem Grußwort hervor, dass der Preis nur an Städte und Gemeinden aus dem ländlichen Raum mit einem besonders lebendigen, innovativen und blühenden Kulturleben, insbesondere das der Amateurmusik, verliehen wird. Die Stadt Hirschau könne all dies nachweisen. Als langjähriger Musiker wisse er, wie schwer es ist, über Jahrzehnte immer wieder Nachwuchs für Musikkapellen oder Tanzgruppen zu generieren. In Hirschau gebe es viele engagierte Vereinsmitglieder, die sich schon lange einbringen und so ein lebendiges Kulturleben geschaffen haben. In ihrem Glückwunsch-Grußwort bezeichnete MdB Susanne Hierl das Markplatzfest als idealen Anlass für die Preisverleihung. Um den Preis zu erhalten, brauche es „Menschen, die anschieben, sich ehrenamtlich einbringen.“ In Hirschau gebe es offenkundig viele davon. Mit ihrem kultureller Engagement stiften sie auch Identität mit der Heimat. Musik bringe Leute zusammen. Die Stadt könne stolz auf ihr pulsierendes musikalisches und kulturelles Vereinsleben sein. Hirschau habe die Auszeichnung mit dem 3. Bundespreis mehr als verdient.
An Julius Geiger, dem Leiter musikalische Bildung beim Nordbayerischen Musikbund (NBMB), war es dann, die Auszeichnung zu überreichen. Er zitierte aus dem Schreiben des Deutschen Musikrats und des Bundesmusikverbands Chor & Orchester: „Die Stadt Hirschau schafft gemeinsam mit Vereinen aus Musik, Theater und Brauchtum ein vielfältiges kulturelles und musikalisches Angebot mit einem abwechslungsreichen Programm für alle Generationen. Besonders hervorzuheben ist die intensive Jugendarbeit des Ortes, etwa durch das kostenfreie Ferienprogramm und einem öffentlich zugänglichen Instrumentenlehrpfad des Musikzuges der Stadt Hirschau.“ Die Stadt, so Geiger, werde in Zusammenarbeit mit dem NBMB das Volksmusikfest „Kummt’s eina“ organisieren, in das Musikgruppen – auch aus Tschechien – genauso eingebunden sind wie Gewerbetreibende. Geiger überreichte unter Beifall des Publikums an Bürgermeisterin Dietrich die Ehrungsplakette und den Geldpreis in Höhe von 6 000 Euro.
Foto: Michael KnietschMöchten Sie Ihre Nachrichten/Presseberichte hier veröffentlichen? Senden Sie einfach Ihre Artikel per E-Mail an uns und wir veröffentlichen Ihren Beitrag hier auf kaolinpott.de!
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