Hirschau (Bericht von Werner Schulz) âIch liebe es, bei Steffi Blumen zu kaufen. Ihre StrĂ€uĂe und Gestecke sind volle Hingucker. Mein BrautstrauĂ hat zwei Wochen super frisch ausgesehen.â Solche Lobeshymnen liest man zuhauf, klickt man im Internet âLotos Blumen und Kunstâ an.
Die hochgelobte Steffi heiĂt mit vollem Namen Steffanie RiĂ. Die gebĂŒrtige Hirschauerin ist Inhaberin des Ladens âLotos Blumen und Kunstâ. Im Namen ihres GeschĂ€ftes kommt schon zum Ausdruck, dass Steffi RiĂ ihre KreativitĂ€t sowohl als leidenschaftliche Floristin als auch als innovative KĂŒnstlerin zum Ausdruck bringt. Schon im Kindesalter liebte sie Blumen. Schon in ihrer Schulzeit an der Hirschauer Volksschule reifte in ihr der Entschluss, Floristin zu werden. Gleich nach dem Schulabschluss trat sie ihre dreijĂ€hrige Lehre in der GĂ€rtnerei NĂ€gele in Amberg an. Begleitend dazu besuchte sie in Regensburg die Berufsfachschule fĂŒr Floristen. Nach dem erfolgreichen Abschluss arbeitete sie bis 1989 in BlumengeschĂ€ften in Amberg und NĂŒrnberg. Immer mehr wurde ihr bewusst, dass sie ihre Ideen und FĂ€higkeiten nur voll entfalten kann, wenn sie ihr eigener Chef wird. âIch wollte mein eigenes Ding machen!â Am 25. August 1989 war es soweit. Sie eröffnete â bewusst in ihrer Heimatstadt Hirschau - ihren eigenen Blumenladen. Vor der Eröffnung gab es aber ein Problem! Damals gab es â man glaubt es kaum - nicht einen einzigen, fĂŒr eine Laden geeigneten freien Raum in Hirschau. Steffi RiĂ kam schlieĂlich â gut versteckt â im Hinterhof des Anwesens Wittmann in der HauptstraĂe 37 unter. Ihr Vater und ihre BrĂŒder bauten den ehemaligen Schweinestall zum Verkaufsraum aus. Die Suche nach dem GeschĂ€ftsnamen war leichter. âBlumen RiĂâ erschien der gerade einmal 23-JĂ€hrigen zu förmlich, zu altbacken. Da sie die Lotosfrucht sehr gerne mochte, fiel ihre Wahl auf âLotos - BlumenfachgeschĂ€ftâ. Zwei GrĂŒnde waren ausschlaggebend, weshalb sie 1996 (unter Beibehaltung des Ladennamens) nach Weiden umzog. Der Hinterhof-Laden war fĂŒr Laufkundschaft kaum zu finden. Vor allem hielt sie es nicht lĂ€nger aus, nur von WĂ€nden umgeben zu sein. Obwohl der Laden in Weiden gut lief, blieb es ihr groĂer Wunsch, ihr GeschĂ€ft in Hirschau zu haben. Nach der Geburt ihres Sohnes Samuel im August 1998 verstĂ€rkte sich dieser noch mehr. Auf der Suche nach einem geeigneten Raum wurde sie an der Ecke B14/BahnhofstraĂe fĂŒndig, Ă€lteren Hirschauern als âKlinger-Eckâ bekannt. Im MĂ€rz 1999 eröffnete sie dort ihren Laden âLotos Blumen und Kunstâ. Steffi RiĂ: âDer Standort ist einfach top. ParkplĂ€tze sind in unmittelbarer NĂ€he, ja direkt vor der LadentĂŒr. Auf der B14 lĂ€uft viel Durchgangsverkehr. Nicht zufĂ€llig habe ich ca. 30 Prozent Laufkundschaft.â Ihre Stammkunden kommen vornehmlich aus Hirschau und Umgebung, aus Amberg und Weiden. Sie finden bei ihr nicht nur fĂŒr verschiedenste AnlĂ€sse liebe- und geschmackvoll arrangierte BlumenstrĂ€uĂe und Gestecke. Echte Hingucker sind ihre Dekorationen von Geburtstags- und Hochzeitstischen genauso wie die von Trauergebinden und KrĂ€nzen oder die Bepflanzungen von GrĂ€bern. âAlles hat einfach Stil!â, schwĂ€rmen ihre Kunden. Sie selbst nennt die Arbeiten fĂŒr TrauerfĂ€lle sowie das Fertigen von Advents- und Weihnachtsgestecken als LieblingsbeschĂ€ftigung. Hinter allem steckt jede Menge anstrengende Arbeit. Sie beginnt schon beim Einkauf der Waren. Sie holt diese vom GroĂmarkt, von GĂ€rtnereien in Altdorf und Rednitzhembach oder bezieht sie aus Holland. âMein Beruf wird oft unterschĂ€tzt. Je nach Saison arbeite ich 45 bis 90 Stunden in der Woche.â UnterstĂŒtzt wird sie von Gabi Kerrinis, die als Teilzeitkraft bei ihr beschĂ€ftigt ist.
Neben der Floristik schlug ihr Herz schon immer fĂŒr die freie Kunst. Die Arbeit mit Pflanzen, Blumen, Formen und Farben war zugleich der Beginn ihrer kĂŒnstlerischen Reise. Bei der Eröffnung der Ausstellung Hirschauer KĂŒnstler Anfang August hob Stadtrat Dieter Kohl in seiner Laudatio Steffi RiĂâ tiefes VerstĂ€ndnis fĂŒr organische Strukturen und Ăsthetik: âAus Draht, ihrem Lieblingswerkstoff, lĂ€sst sie filigrane und ausdrucksstarke Skulpturen entstehen. Aus Papier formt sie feine, plastische Arbeiten, die mir Licht und Schatten spielen. DarĂŒber hinaus ĂŒbt sie sich in Malerei und Mischtechnik.â Ihre Bilder und Werke waren auĂer in Hirschau schon in Kunstausstellungen in DĂŒsseldorf, Regensburg, Weiherhammer und in Aschach in den Ateliers von Regina Uber und Robert Diem zu sehen.
Steffi RiĂâ Vita wĂ€re unvollstĂ€ndig, wĂŒrde man nicht auch ihre sportlichen Erfolge erwĂ€hnen. Bei einem Ski-Wettbewerb der Schule im Jahr 1976 war den Trainern des SC Monte Kaolino das sportliche Talent der damals 10-JĂ€hrigen aufgefallen. FĂŒnf Jahre trainierte sie eifrig und nahm an mit beachtlichen Erfolgen, z.B. dem Gewinn der Oberpfalzmeisterschaft, an Langlaufwettbewerben teil. 1981 beendete sie ihre Karriere als Ski-LanglĂ€uferin.
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