Schnaittenbach (Bericht von Werner Schulz) Heuer wurde der „Kulturschnoittling“, der Heimat- und Kulturpreis der Stadt, einem Mann verliehen, „der über Jahrzehnte dazu beigetragen hat, dass unsere Heimat ihre Geschichte, ihre Tradition und ihre Seele bewahrt hat“: Ewald Großmann.
Seit gut sieben Jahrzehnten, so Bürgermeister Marcus Eichenmüller in seiner Laudatio, hat Ewald Großmann mit seiner Kamera alles festgehalten, was sich in Schnaittenbach ereignet hat. Seine Bilder erzählten von Festen und Feiern, vom Arbeitsalltag und vom Vereinsleben, von Gebäuden, die nicht mehr existieren und von Menschen, die nicht mehr am Leben sind. Hans Grieger, stellv. Vorsitzender des Heimat- und Trachtenvereins Ehenbachtaler, fasst dies treffend zusammen: Ewald Großmann hat eine wertvolle „Schnaittenbacher Bilderchronik“ aufgebaut. Genauso sieht es Altbürgermeister Sepp Reindl. Er nennt Ewald Großmann „einen akribischen Archivar“ und bezeichnet ihn als einen „Glücksfall für die Stadt“, den seine „Heimatliebe und sein Patriotismus im positivsten Sinne“ auszeichnen.
Ewald Großmann ist ein waschechter Schnaittenbacher. Am 8. Mai 1941 wurde er dort geboren, besuchte die Volksschule und absolvierte im Anschluss in der Firma Kick eine Lehre als Schlosser, die er erfolgreich abschloss. Später kümmerte er sich knapp zwei Jahre lang in der Autowerkstatt der Firma Betonbau Meißner um deren LKWs. „Da habe ich meinen Zweier- und Einserführerschein gemacht“, erinnert er sich. Schließlich wechselte er zur Kerb-Konus-Gesellschaft. Bei ihr leistete er als Werkstattleiter bis zum Eintritt in den Ruhestand vorbildliche. Seit dem 18. August 1971 ist er mit seiner Frau Maria (geb. Deml aus Cham) verheiratet. Aus der Ehe gingen mit Sohn Peter und Tochter Karin zwei Kinder hervor.
Seit fast sieben Jahrzehnten - so Bürgermeister Eichenmüller, Altbürgermeister Reindl und Hans Grieger im Gleichlang - ist Ewald Großmann mit seiner Fotokamera unterwegs und hält mit einer gehörigen Portion Idealismus und Leidenschaft auf unzähligen Fotos und Dias das Geschehen in Schnaittenbach fest. Die Regale in seinem Arbeitszimmer, dessen Wände mit Ehrungsurkunden dekoriert sind, sind sichtbarer Beleg dafür. Sie sind bis in die letzte Nische voll mit Diamagazinen und Alben. Bürgermeister Eichenmüller traf bei der Verleihung des „Kulturschnoittlings“ den Nagel auf den Kopf mit seiner Aussage, Ewald Großmann habe unzählige Momente der Stadtgeschichte für die Nachwelt bewahrt. „Seine Bilder sind weit mehr als Fotografien. Sie erzählen von Menschen, die nicht mehr unter und sind, von Gebäuden, die verschwunden sind und von einer Zeit, die vergangen ist.“ Altbürgermeister Reindl rechnet ihm hoch an, dass er seine Bilder bereitwillig der Öffentlichkeit bei Vorträgen und Ausstellungen präsentiert hat, alles ehrenamtlich.
Hans Grieger bezeichnet Ewald Großmann als „Vorzeigetrachtler“. Als solchen sieht in auch Altbürgermeister Reindl. Er erinnert an Großmanns herausragendes Engagement beim Bau der Buchberghütte 1967 und deren jahrelange Betreuung durch ihn. Deren Übergabe an den Theaterverein habe er letztes Jahr mit voller Überzeugung mitgetragen, auch wenn sie ihm schwer gefallen sei. Viele Stunden habe er für die Pflege der Buchbergdenkmäler geopfert und bei zahlreichen Festen auf dem Buchberg engagiert mitgewirkt. Hoch verdienter Lohn für sein Engagement war die Verleihung der „Buchberg-Silberdistel“ durch den Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler, ebenso die Ernennung zum Ehrenmitglied im Mai 2016. Eine besondere Ehrung seitens der Trachtler erfuhr er im Oktober 2022, als sie ihn mit den Ehrentiteln „Ehrenchronist und Ehrenarchivar“ auszeichneten.
Neben all dem hat Ewald Großmann über zwanzig Jahre lang als ehrenamtlicher Wegewart den Teilabschnitt des Main-Donau-Weges von Rödlas bis zur Kreisstraße AS 26 bei Trichenricht voller Hingabe betreut. Jahrein, jahraus war er mit Arbeitsmantel, Aufklebern, Schnitzmesser, Farbkübel und Pinsel unterwegs, um Nach- oder Neumarkierungen vorzunehmen. Dafür nahm er hunderte freiwilliger Arbeitsstunden und unzählige Kilometer Fußmarsch auf sich.
Foto: Werner SchulzMöchten Sie Ihre Nachrichten/Presseberichte hier veröffentlichen? Senden Sie einfach Ihre Artikel per E-Mail an uns und wir veröffentlichen Ihren Beitrag hier auf kaolinpott.de!
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