Hirschau (Bericht von Werner Schulz) Unzählige Male als Film oder Bühnenstück verarbeitet, ist Jule Vernes 1873 erschienener Roman „In 80 Tagen um die Welt“ eine der bekanntesten Abenteuergeschichten aller Zeiten. Im Juni präsentiert sie der Festspielverein als Freilichtspiel im Hirschauer Mälzerei-Theater.
Vor fast 150 Jahren war es sicher eine „verrückte Idee“, sein Vermögen darauf zu wetten, in 80 Tagen um die Welt reisen zu können. Genau das tat der exzentrische Gentleman Phileas Fogg, die Hauptfigur des Romans. Nicht weniger verrückt erschien vor knapp einem Jahr dem Festspielvereinsvorsitzenden Hans Drexler die Idee von Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch, den Vernes-Bestseller auf der Freilichtbühne im Schlosshof zu präsentieren. Beim Kulissenbau für das letztjährige Stückl „Die Erbschaft“ kamen den beiden Herren der Gedanke, einmal etwas anderes aufzuführen als ein bayerisches Volksstück. Zunächst schwebte ihnen ein Einakter wie z.B. „Das Königlich Bayerische Amtsgericht“ oder auch ein Krimi vor. Den genialen Einfall, so Roland Fritsch, hatte dann seine Frau Evi. „In 80 Tagen um die Welt“ – es muss ja eh alles neu gemacht werden, also warum nicht gleich richtig…?“, meinte sie.
In der Zwischenzeit hat man mit den Vorbereitungen für die Umsetzung der „verrückten Idee“ längst begonnen. Für die Inszenierung hat man sich für die Bühnenfassung von Susanne Heydenreich und Katharina Scholl entschieden. Regie führt Dieter Held. Bei den musikalischen Passagen unterstützt ihn Co-Regisseurin Saskia Krügelstein. 60 Sprechrollen waren zu vergeben, die von 52 Darstellern übernommen werden. Zum Ensemble gehören außerdem acht Statisten. Die Hauptrollen sind mit erfahrenen Bühnenhasen besetzt. Christian Gnan schlüpft in die Rolle des eigenwilligen Phileas Fogg, Holger Schwandner in die seines mit allen Wassern gewaschenen Dieners Passepartout, Roland Fritsch in die des übereifrigen Scotland-Yard-Detektivs Fix und Meike Birner in die der bildhübschen indischen Prinzessin Aouda. Mit den Sprechproben soll Anfang März begonnen werden.
In Angriff genommen ist schon seit geraumer Zeit der Bühnenbau. Roland Fritsch, Ludwig Koller und Erhard Ackermann sägen, zimmern, hämmern und schrauben in ihrer Freizeit, um die notwendigen Bühnenelemente zu fertigen. Davon wird jede Menge gebraucht, muss doch – bis auf ein paar Grundelemente - das komplette Bühnenbild neu erstellt werden. Für dessen Gestaltung hat man mit Miriam Dostal aus Hof eine professionelle Bühnenmalerin gewinnen können. Sie bringt viel Erfahrung von großen Freilichtbühnen wie z.B. der Naturbühne Trebgast mit. Mit an Bord ist außerdem der junge Künstler Sebastian Hüttner aus Amberg. Mit ihm will der Festspielverein langfristig zusammenarbeiten.
Für die Vorbereitung der Kostüme und Requisiten hat sich ein siebenköpfiges Frauenteam mit Evi Fritsch, Sabine Wopperer, Andrea Dobmeier, Brigitte Gnan, Charlotte Fleischmann, Renate Lederer und Angelika Frank gebildet. Da Foggs abenteuerliche Reise durch viele Länder führt, wird eine Vielzahl an Requisiten benötigt, um diese typisch darzustellen. Die Reise, so Dieter Held, wird sich in der Mitte der Bühne auf zwei Ebenen abspielen. Die Schauspieler werden dann landestypisch gekleidet sein. Für die in London spielenden Szenen kann gut auf den vorhandenen reichhaltigen Kleiderfundus zurückgegriffen, für die Handlungen in asiatischen Länder müssen Kostüme zugekauft, abgeändert oder selbst geschneidert werden. Für diese Arbeiten steht das bewährte Schneiderinnenteam Ingrid Dobat und Elisabeth Ernstberger wieder bereit.
Erwin Zach hat bereits alle organisatorischen Vorbereitungen getroffen, dass die Bewirtung der Theaterbesucher mit Speisen und Getränken optimal klappt. Wie im Vorjahr wird eine lange Theke mit Fingerfood aufgebaut. Die Canapés sollen mit Bauernschinken, Lachs und Obatztn belegt und evtl. mit Fähnchen der einzelnen Länder dekoriert werden.
Sieben Vorstellungen des Freilichtspiels „In 80 Tagen um die Welt“ wird es im Mälzerei-Theater in der Zeit von Freitag, 12. Juni, bis Sonntag, 21. Juni, geben. Die fünf Abendaufführungen am 12., 13., 17., 19. und 20. Juni beginnen jeweils um 20 Uhr, die beiden Sonntag-Nachmittagsvorstellungen am 14. und 21. Juni jeweils um 15 Uhr. Die Eintrittskarten kosten für Erwachsene 15 Euro, für Kinder (bis 14 Jahre) 9 Euro. Zu haben sind sie schon jetzt bei www.okticket.de.
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