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Nachricht vom 13.07.2021 Vereine

Gerichtsverhandlungen wie in der guten, alten Zeit vor anno 14

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Wer kennt es nicht, das Königlich Bayerische Amtsgericht? Am Freitag, 16. Juli, tagt es erstmals auf der FreilichtbĂŒhne im Schlosshof. Amtsgerichtsrat August Stierhammer sitzt ĂŒber drei delikate FĂ€lle zu Gericht, die sich zugetragen haben in der „guten, alten Zeit“.

Eigentlich wollte Regisseur Dieter Held mit seinem Ensemble heuer „In 80 Tagen um die Welt“ reisen. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Vorschriften verlangten ein Umdenken. Vor allem die begrenzte Zahl der BĂŒhnenakteure machte die AuffĂŒhrung von Jules Vernes Abenteuerroman unmöglich. Eine zweite Festspielsaison ohne AuffĂŒhrung sollte es aber nicht geben! Bei der Suche nach Alternativen mit ĂŒberschaubarem Personalaufwand entschied man sich schließlich fĂŒr drei Episoden aus der Kultserie, die das ZDF von 1969 bis 1972 ausstrahlte. AusgewĂ€hlt wurden die Einakter „Der Pfarrgockel“ und „Der Parasit“ aus der ersten und das StĂŒck „Die Trompete“ aus der zweiten Staffel der Serie.



Seit dem 4. Juni hat Dieter Held seine Darstellertruppe bei den Proben „gepiesackt“, wie er es selber formuliert. Er findet nur höchst anerkennende Worte fĂŒr das Engagement seiner Schauspieler und Schauspielerinnen. Geradezu ins SchwĂ€rmen gerĂ€t er ĂŒber die Leistungen von Christian Gnan (Amtsgerichtsrat August Stierhammer), Roland Fritsch (Bettler Max Haberer), Kerstin Ackermann (StadlbĂ€uerin Maria Asenbeck)) und Corinna Falk (Pfarrersköchin Marianne Attenberger). „Diese vier haben die mit Abstand textintensivsten Rollen! Ihnen wird ein Höchstmaß an Konzentration abverlangt! Und sie meistern das glĂ€nzend!“ Held zeigt sich zu einhundert Prozent ĂŒberzeugt, dass sich die MĂŒhen und Anstrengungen gelohnt haben und die StĂŒcke beim Publikum bestens ankommen. DafĂŒr sprĂ€chen sowohl die schauspielerischen Leistungen als auch die Inhalte der Episoden. „Es ist doch wirklich ein Genuss, wie der kluge Herr Amtsgerichtsrat durchaus eigenwillige und listige Methoden anwendet, um die Wahrheit herauszufinden der Gerechtigkeit auf die SprĂŒnge zu helfen.“ UrsprĂŒnglich sollten „Der Pfarrgockel“ und „Der Parasit“ zusammenhĂ€ngend und nach einer Pause „Die Trompete“ als EinzelstĂŒck gespielt werden. Diese Planung hat man nun geĂ€ndert. Jeder der drei Einakter wird einzeln gespielt. Nach dem „Pfarrgockel“ und nach dem „Parasit“ wird jeweils eine ca. 20-minĂŒtige Pause eingelegt. WĂ€hrend der Pausen werden dem Publikum alkoholische und alkoholfreie GetrĂ€nke sowie Brezen und KĂ€sestangen angeboten. Das sonst bei den Festspielen ĂŒbliche Catering (auch vor und nach den AuffĂŒhrungen) muss wegen der Corona-Vorschriften entfallen. Anders als bei den bisherigen Festspielen ĂŒblich, muss die Generalprobe am Donnerstagabend ohne Zuschauer stattfinden. Bislang waren dazu immer die Bewohner*innen des BRK Seniorenheimes und des Seniorenzentrums Evergreen sowie die Jugendlichen, MĂ€nner und Frauen mit Handicap der Lebenshilfe Amberg-Sulzbach und der Jura-WerkstĂ€tten bei freiem Eintritt eingeladen.

Das Königlich Bayerische Amtsgericht tagt insgesamt achtmal auf der FestspielbĂŒhne im Schlosshof. Die Premiere steigt am Freitag, 16. Juli, um 20 Uhr. Weitere Spieltermine sind Samstag, 17. Juli, Mittwoch, 21. Juli, Freitag, 23. Juli, Samstag, 24. Juli, Mittwoch, 28. Juli, Freitag, 30. Juli und Samstag, 31. Juli, jeweils um 20 Uhr. Einschließlich der Pausen dauern die AuffĂŒhrungen bis ca. 22.30 Uhr. Eintrittskarten zum einheitlichen Preis von 15 Euro gibt es ausschließlich an der Abendkasse. Diese ist ab 18 Uhr geöffnet. Die Ticketausstellung erfolgt ausschließlich mit fester Sitzplatzzuordnung, die Zuweisung durch Platzordner.

Im Normalfall hat die TribĂŒne 418 ausgewiesene SitzplĂ€tze. Bei Einhaltung der aktuellen Hygieneschutzgesetze finden ca. 150 Besucher Platz. Diese haben im Zugangsbereich Kasse, in den Toiletten und beim GetrĂ€nkekauf eine medizinische Maske zu tragen. Am Sitzplatz darf diese abgenommen werden. Mit dem Kartenkauf verbunden ist eine Besucherregistrierung zur Nachverfolgung im Sinne der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung.

Bleibt zu hoffen, dass bei den AuffĂŒhrungen jedes Mal das Wetter mitspielt, wenn aus den Lautsprechern zu Beginn der „Amtsgerichtslandler“ erklingt und Ludwig Schmid im Vorspann erklĂ€rt: „Es war eine liebe Zeit, die gute, alte Zeit vor anno 14
“ und das gute Wetter durchhĂ€lt bis zur abschließenden Amtsgerichtspolka und Ludwig Schmids ResĂŒmee: „Das Leben geht weiter, ob Freispruch oder Zuchthaus, auch in der guten, alten Zeit – und auf die Guillotin hat unser alter Herr Rat eh‘ niemanden geschickt.“

Ab Freitag, 16. Juli, tagt das Königlich Bayerische Amtsgericht an insgesamt 8 Abenden jeweils ab 20 Uhr auf der FreilichtbĂŒhne im Schlosshof. Christian Gnan schlĂŒpft in die Rolle von Amtsgerichtsrat August Stierhammer und wendet eigenwillige und listige Methoden an, um der Gerechtigkeit auf die SprĂŒnge zu helfen. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Ab Freitag, 16. Juli, tagt das Königlich Bayerische Amtsgericht an insgesamt 8 Abenden jeweils ab 20 Uhr auf der FreilichtbĂŒhne im Schlosshof. Christian Gnan schlĂŒpft in die Rolle von Amtsgerichtsrat August Stierhammer und wendet eigenwillige und listige Methoden an, um der Gerechtigkeit auf die SprĂŒnge zu helfen.

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