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Nachricht vom 13.01.2022 Rathaus

Sanierung der Postgasse bestens gelungen

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  â€žWas lange wĂ€hrt, wird endlich gut!“ Was den Ausbau der Postgasse anlangt, trifft das Sprichwort den Nagel auf den Kopf. Davon ĂŒberzeugten sich die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion und BĂŒrgermeister Hermann Falk vor Ort.

Die PlĂ€ne zur Sanierung der einzigen Gasse, deren Belag noch im Original-Zustand samt Katzenkopf-Pflaster erhalten war, reichten in die 1980er Jahre zurĂŒck, als der BĂŒrgermeister noch Helmut Rösch hieß und die Stadt in das StĂ€dtebauförderprogramm aufgenommen wurde. Damals wurde das ArchitekturbĂŒro Stepper & Brummer mit den vorbereitenden Untersuchungen beauftragt. Bei einer BĂŒrgerversammlung am 11. Oktober 1988 regten die Anwohner an, dass „die Sanierung der noch nicht asphaltierten Gasse mit historischen BelĂ€gen erfolgen sollte.“ Mehr als 30 Jahre und die Neugestaltung der Innenstadt sind ins Land gegangen, bis mit der Sanierung der Postgasse Ernst gemacht wurde. Dass es dafĂŒr höchste Zeit war, betonte Stadtrat Dr. Hans-JĂŒrgen Schönberger. Er verwies darauf, dass die Frequentierung der Gasse seit Eröffnung der SolitĂ€ren Tagespflege St. Barbara und der Bezugsfertigkeit des 2. Bauabschnitts des Betreuten Wohnens erheblich zugenommen hat. Der „historische Belag“ mit seinen Unebenheiten und Stolperfallen sei gerade fĂŒr Ă€ltere Leute nicht ungefĂ€hrlich gewesen, fĂŒr Rollstuhl- und Rollatorfahrer eine Zumutung. Die CSU-Fraktion, so ihr Vorsitzender Christian Gnan, habe deshalb bei der Neugestaltung großen Wert auf eine gut begehbare, mit RollstĂŒhlen und Rollatoren leicht nutzbare OberflĂ€che gelegt. Die vom Landschaftsarchitekten Josef Garnhartner (Deggendorf) und vom IngenieurbĂŒro UTA (Amberg) gefertigte Planung sei dem voll und ganz gerecht geworden. Die Anliegen der Anwohner seien dabei berĂŒcksichtigt worden. 2. BĂŒrgermeisterin BĂ€rbel Birner zeigte sich erfreut, dass auch dem zweiten CSU-Wunsch entsprochen wurde, Teile des alten Pflasters in den Seitenstreifen einzubauen und so den historischen Zustand ein StĂŒck weit zu wahren. BĂŒrgermeister Hermann Falk lobte die zĂŒgige AusfĂŒhrung der Gassensanierung durch die beteiligten Firmen. Sozusagen als Startschuss fĂŒr die Baumaßnahme habe die Firma Rubenbauer im Mai 2020 das von der Stadt erworbene Wohnhaus am rechten sĂŒdlichen Ende der Gasse abgebrochen. In der frei gewordenen FlĂ€che solle 2022 noch ein Carport entstehen. Auf der ganzen GassenlĂ€nge seien Leitungen fĂŒr Wasser, Kanal, Telekommunikation und FernwĂ€rme verlegt worden. Sechs Anwesen hĂ€tten sich an das FernwĂ€rmenetz angeschlossen. Als goldrichtig erachtete es der in der Postgasse aufgewachsene stellv. Ortsvorsitzende Martin Merkl, den ursprĂŒnglichen Gedanken fallen zu lassen, fĂŒr den behindertengerechten Zugang zum Tagespflege-Eingang eine Rampe zu bauen. Der platzsparende Treppenlift sei eine ausgezeichnete, weil praktische Alternative. Nach Aussage von BĂŒrgermeister Falk werde die Maßnahme ca. eine Million Euro kosten.

Zur Geschichte der Postgasse:

Die Postgasse wurde 1913 mit einer Fahrbahnbreite von drei Metern mit GranitwĂŒrfeln neu gepflastert und mit einem Kanal versehen. Die Fahrbahn war links und rechts von einem „Steig“ aus Feldsteinen (große runde Kieselsteine, Katzenköpfe genannt) von etwa 80 Zentimeter Breite eingefasst. Daneben liefen links und rechts des Steigs mit Granit gepflasterte Wasserrinnen. Von diesen bis zu den HĂ€usern war ein FußgĂ€ngerweg mit Feldsteinen gepflastert.

Die Postgasse wurde seit 1500 einfach als „Gassen“, dann von 1584 bis 1599 als „in der Gassen“ und 1618 und 1682 als „mittere oder mittlere Gassen“ bezeichnet, 1747 auch „untere Gassen in der oberen Stadt“ sowie 1728 und 1767 „untere mittere Gassen“. Als 1804 die Posthalterei vom Anwesen Dietz (spĂ€ter Grasser) zum Anwesen Dorner (spĂ€ter Rösch Engelbert) verlegt wurde, entstand der Name „Postgasse“, der auch 1835 im Kataster beibehalten wurde. SpĂ€ter hieß sie auch Rathausgasse und Maderergasse, benannt nach dem Kaufmann Alois Mader am oberen Eckhaus. 1935 bekam sie wieder ihren Traditionsnamen Postgasse.

Bekanntester Anwohner der Postgasse war Wilhelm Schorner, in Hirschau „Urberl Helm“ genannt. Am 3. Februar 1889 geboren, wohnte er ab 1899 nicht weniger als 100 Jahre lang im Anwesen Postgasse 11 und feierte am 3. Februar 1999 als damals Ă€ltester Deutscher seinen 110. Geburtstag. Er verstarb am 20. MĂ€rz 1999 im Alter von 110 Jahren und 54 Tagen.

Die CSU-Fraktion machte sich vor Ort ein Bild von der gelungenen Sanierung der Postgasse. Als goldrichtig erachtete man, dass fĂŒr einen behindertengerechten Zugang zur Tagespflege statt einer Rampe ein platzsparender Treppenlift angebracht wurde, den 2. Bgm. BĂ€rbel Birner gleich testete. V. l.: Christian Gnan, Dr. Hans-JĂŒrgen Schönberger, 2. Bgm. BĂ€rbel Birner, 1. Bgm. Hermann Falk, 3. Bgm. Hermann Gebhard, Michaela Meier, Josef Luber und Martin Merkl. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Die CSU-Fraktion machte sich vor Ort ein Bild von der gelungenen Sanierung der Postgasse. Als goldrichtig erachtete man, dass fĂŒr einen behindertengerechten Zugang zur Tagespflege statt einer Rampe ein platzsparender Treppenlift angebracht wurde, den 2. Bgm. BĂ€rbel Birner gleich testete. V. l.: Christian Gnan, Dr. Hans-JĂŒrgen Schönberger, 2. Bgm. BĂ€rbel Birner, 1. Bgm. Hermann Falk, 3. Bgm. Hermann Gebhard, Michaela Meier, Josef Luber und Martin Merkl.

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Foto: Werner Schulz
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