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Nachricht vom 08.07.2022 Vereine

Vom Schlosshof aus „In 80 Tagen um die Welt“

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Jule Vernes 1873 erschienener Roman „In 80 Tagen um die Welt“ ist eine der bekanntesten Abenteuergeschichten aller Zeiten. Ab Freitag, 15. Juli, prĂ€sentiert sie der Festspielverein in 9 Vorstellungen auf der FreilichtbĂŒhne im Schlosshof.

Vor fast 150 Jahren war es sicher eine „verrĂŒckte Idee“, sein Vermögen darauf zu wetten, in 80 Tagen um die Welt reisen zu können. Explizit das tat der exzentrische Gentleman Phileas Fogg, die Hauptfigur des Romans. Nicht weniger verrĂŒckt erschien 2019 dem damaligen Festspielvereinsvorsitzenden Hans Drexler die Idee von Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch, den Bestseller auf der FreilichtbĂŒhne zu prĂ€sentieren. Beim Kulissenbau fĂŒr die Komödie „Die Erbschaft“ war den beiden Herren der Gedanke gekommen, einmal etwas anderes aufzufĂŒhren als ein bayerisches VolksstĂŒck. Den genialen Einfall, so Roland Fritsch, hatte seine Frau Evi. „In 80 Tagen um die Welt“ – es muss sowieso alles neu gemacht werden, also warum nicht gleich richtig
?“, meinte sie.

Regisseur Dieter Held war sich von Anfang an bewusst, dass die Vorbereitungen fĂŒr das StĂŒck und seine AuffĂŒhrungen einen gewaltigen Kraftakt bedeuten wĂŒrden – fĂŒr die BĂŒhnen- und Kulissenbauer genauso wie fĂŒr das Requisitenteam, die Licht- und Tontechniker und natĂŒrlich die Darsteller. Ob London, Suez, Bombay, Kalkutta, Hongkong, Yokohama, San Francisco, New York oder Liverpool – fĂŒr jede Station der Fogg-Reise zaubern die BĂŒhnenbauer ein Szenenbild aus dem Ärmel. Sie haben alle HĂ€nde voll zu tun, um die zahlreichen Umbauten wĂ€hrend des StĂŒcks in kĂŒrzester Zeit zu bewĂ€ltigen. Denn auf Mr. Fogg warten auf seiner Reise durch Suez, Indien, China und Amerika eine Vielzahl von Überraschungen und UnwĂ€gbarkeiten. Er trifft auf Brahmanen im indischen Dschungel, nutzt einen Elefanten als Transportmittel oder muss auf der Strecke zwischen San Francisco und New York einen Indianerangriff abwehren. Das Requisitenteam ist gefordert, im Rekordtempo auf die sich stĂ€ndig und schnell Ă€ndernden SzenenablĂ€ufe hinsichtlich der KostĂŒme und Accessoires zu reagieren. Der als Drehelement konstruierte „Reform Club“, Ausgangspunkt der Reise, wurde ebenso in akribischer Kleinstarbeit erstellt wie Mr. Foggs fĂŒr wohnliche Stimmung sorgendes Haus. Regisseur Dieter Held fordert seit Ende April seine Darstellertruppe bei den Proben mit begeisterndem Engagement und bewundernswerter Geduld. Schwachstellen wurden in den zurĂŒckliegenden Wochen peu Ă  peu ausgemerzt. Einer erfolgreichen Premiere am kommenden Freitag steht nichts mehr im Wege – einzige UnwĂ€gbarkeit ist das Wetter, das sich hoffentlich bei allen AuffĂŒhrungen von seiner besten Seite zeigt.

Der Inhalt:

Im London um 1880 wird die Bank of England um 55 000 Pfund bestohlen. Im exklusiven Reformclub diskutieren die edlen Herren, beim Kartenspiel, ob der BankrĂ€uber wohl schnell gefasst werde. Die Chance sei gering, meinen die einen, da die Erde groß sei. Ganz anderer Meinung ist der exzentrische Gentleman Phileas Fogg. Um zu beweisen, dass die Erde klein ist, wettet er um 20 000 Pfund, dass es ihm gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die HĂ€lfte seines Vermögens. Die andere HĂ€lfte benötigt Fogg fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Weltreise. Falls er die Wette verliert, ist er finanziell ruiniert. In Begleitung seines Dieners Passepartout bricht Fogg sofort auf. Wegen der ĂŒberstĂŒrzten Abreise gerĂ€t er in den Verdacht, der gesuchte BankrĂ€uber zu sein. Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen. Die Wette hĂ€lt Fix fĂŒr ein TĂ€uschungsmanöver. Das Londoner Volk wird vom Wettfieber gepackt und hofft, dass Fogg‘s Reise gelingt. Unterwegs erleben Fogg und Passepartout eine Vielzahl von Abenteuern, ob in Suez, Kalkutta, Bombay, Yokohama, San Franzisco oder New York. Ob Fogg rechtzeitig in seinen Club zurĂŒckkehren und die Wette einlösen kann, wird auch das Freilichtspiel im Hirschauer MĂ€lzerei-Theater zeigen.

Der Spielplan: Premiere: Freitag, 15. Juli 2022, 20 Uhr. Weitere Termine: Samstag, 16. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 17. Juli, 15 Uhr; Mittwoch, 20. Juli, 20 Uhr; Freitag, 22. Juli, 20 Uhr; Samstag, 23. Juli, 20 Uhr; Mittwoch, 27. Juli, 20 Uhr; Freitag, 29.Juli, 20 Uhr; Samstag, 30. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 31. Juli, 20 Uhr. Eintrittskarten gibt es bei okticket und in Hirschau bei Eisen Schertl.

Die Kasse ist an den AuffĂŒhrungstagen jeweils ab 18 Uhr geöffnet. Den Besuchern werden zur StĂ€rkung Grillspeisen und Fingerfood angeboten, dazu alkoholfreie ErfrischungsgetrĂ€nke sowie Wein, Sekt und Bier. Das zu diesem Anlass extra gebraute „In-80-Tagen-um-die-Welt-Helle“ ist ab sofort in den von der Schlossbrauerei belieferten GetrĂ€nkemĂ€rkten erhĂ€ltlich.

Im „Reform Club“ wettet Phileas Fogg (Christian Gnan, r.) mit Ralph Gautier (Bernhard Kustner, 2.v.r.), Andrew Stuart (Erhard Ackermann, l.) und John Sulivan (Markus Dittrich, 2.v.l.), dass er es schafft, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Im „Reform Club“ wettet Phileas Fogg (Christian Gnan, r.) mit Ralph Gautier (Bernhard Kustner, 2.v.r.), Andrew Stuart (Erhard Ackermann, l.) und John Sulivan (Markus Dittrich, 2.v.l.), dass er es schafft, in 80 Tagen um die Welt zu reisen.

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Foto: Werner Schulz
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