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Nachricht vom 21.08.2022 Politik

Wie soll in Zukunft die Hirschauer Energieversorgung aussehen?

Hirschau (Bericht von G√ľnther Amann)  ‚ÄěWie kann die Hirschauer Energieversorgung sicherer, nachhaltig und unabh√§ngig von russischen Gaslieferungen werden?‚Äú, diese Frage stand im Mittelpunkt eines Fachgespr√§chs der SPD-Stadtratsfraktion mit dem Kommunalen Energiewirt Bernhard Meyer im st√§dtischen Wasserwerk.

Einleitend dankte Fraktionssprecher Josef Birner dem Wasserwart, dass er sich zus√§tzlich zu seinen bisherigen Aufgaben zum Energiewirt habe ausbilden lassen. Damit seien ein Wunsch und Antrag der SPD-Fraktion umgesetzt worden. Als n√§chster Schritt m√ľsse der Zust√§ndigkeitsbereich von Bernhard Meyer so angepasst werden, dass dieser seinen neuen Verpflichtungen auch gerecht werden k√∂nne.

Auf Nachfrage erkl√§rte Meyer, dass er w√§hrend seiner Ausbildung viele Beispiele kennengelernt habe, wie andere Kommunen mit der Energiewende umgingen. So hielt er es durchaus f√ľr √ľberlegenswert, als Stadt selbst in die Energieproduktion einzusteigen. Es gebe Gemeinden, die selbst ein Windrad mit entsprechender B√ľrgerbeteiligung gebaut h√§tten und so ihre Stromversorgung sichern w√ľrden. Dabei bleibe die Wertsch√∂pfung zu 100 Prozent bei den B√ľrgern. Josef Birner pl√§dierte daf√ľr auch den Bau von kommunaler Freifl√§chen-Photovoltaik auf geeigneten st√§dtischen Grundst√ľcken in die √úberlegungen mit einzubeziehen. Generell sollten Fl√§chen im Stadtgebiet nicht nur externen Investoren √ľberlassen werden sollten. Vorrang habe aber der Bau von Photovoltaik auf kommunalen D√§chern und auch dem Parkplatz am Monte Kaolino.

Aktuell habe die Stadt Planungsauftr√§ge f√ľr den st√§dtischen Bauhof, die Kl√§ranlage, das Wasserwerk und das Feuerwehrhaus Steinigloh vergeben, erg√§nzte stellvertretender Fraktionssprecher G√ľnther Amann. Die Nachfrage beim Planungsb√ľro habe ergeben, dass abschlie√üende Ergebnisse im Oktober zu erwarten seien. Entt√§uschend sei die Auskunft, dass laut statischer Pr√ľfung das Dach in Steiningloh nicht geeignet sei eine Photovoltaikanlage zu tragen.

Schnell in Angriff genommen werden m√ľsse eine W√§rmeversorgung in Hirschau ohne Gas. Wiederholt habe sich Wolfgang Bosser daf√ľr ausgesprochen, den Spitzenlastkessel an der Schule durch ein Blockheizkraftwerk mit Hackschnitzeln zu ersetzen. Dazu sollte zeitnah gekl√§rt werden, welchen Fl√§chenbedarf die Sanierung der Schule habe, gab Bernhard Meyer zu bedenken. Alternativ k√∂nnte ein Blockheizkraftwerk auch auf einem anderen Standort errichtet werden. Dieser sollte so gew√§hlt werden, dass m√∂glichst viele weitere Stra√üen und Geb√§ude mit Fernw√§rme versorgt werden k√∂nnten. ‚ÄěAn einem solchen Angebot besteht aktuell gro√ües Interesse‚Äú, zeigte sich Rudi Wild √ľberzeugt. Amann pl√§dierte daf√ľr, die Fernw√§rmeversorgung auch auf andere Stadtgebiete auszuweiten. Die KfW-Bank f√∂rdere derartige Projekte und Planungen gegenw√§rtig zu lukrativen Konditionen.

Die √∂rtliche Industrie m√ľsse unbedingt in solche √úberlegungen einbezogen werden, meinte Josef Birner. Der Mutterkonzern der Firma AKW-Kick engagiere sich an anderen Standorten bereits beim Bau von Photovoltaikanlagen zur Eigenstromversorgung. √úber √§hnliche Pl√§ne f√ľr den Standort Schnaittenbach habe die AKW-Gesch√§ftsf√ľhrung bei einem gemeinsamen Gespr√§ch Verwaltung und Fraktionssprecher informiert.

Abschlie√üend diskutierten die Gespr√§chsteilnehmer, ob in der Kombination mit eigener Stromerzeugung die Kaolingruben geothermisch genutzt werden k√∂nnten. Bernhard Meyer hielt dies in Form eines ‚ÄěKalten W√§rmenetzes‚Äú f√ľr denkbar. Dabei m√ľsse die gewonnene W√§rme von bis zu 40 Grad dann durch andere Energietr√§ger noch weiter aufgeheizt werden.

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