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Nachricht vom 25.04.2023 Kirchen

Trauer um Stadtpfarrer a.D. Norbert Demleitner

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Seine Entscheidung fĂŒr den Priesterberuf hat Pfarrer Norbert Demleitner nie bereut. Gott und den Menschen zu dienen hat ihm - nach eigenem Bekunden - stets Freude gemacht und ihn bis ins hohe Alter fit gehalten! Am Sonntag, 23. April, ist er zu Hause verstorben.

14 Jahre lang - von September 1989 bis August 2003 - hat er der Stadtpfarrgemeinde MariĂ€ Himmelfahrt als vorbildlicher Seelsorger, pointierter Prediger, engagierter Religionslehrer und ganz einfach als Mensch seinen Stempel aufgedrĂŒckt. Am 5. MĂ€rz 1933 in Regensburg geboren, verbrachte seine FrĂŒhkindheit im deutsch-tschechischen Grenzgebiet, wo der Vater beim Zoll beschĂ€ftigt war. Er war sechs Jahre alt, als sein Vater tödlich verunglĂŒckte und die Mutter mit ihren drei Kindern wieder in ihren Heimatort Wernberg-Köblitz zog. Da die Familie wenig vom FahrschĂŒlerdasein hielt, wurde Demleitner nach der Grundschule bei einer Tante in Regensburg untergebracht, damit er dort das „Neue Gymnasium” besuchen konnte. Als die Wohnung ausgebombt wurde, setzte er seine Gymnasialzeit vorĂŒbergehend in Weiden fort. Sein Abitur baute er schließlich 1952 in Regensburg.

Entscheidenden Anteil daran, dass der leidenschaftliche und begabte Bastler nicht Maschinenbau, sondern Theologie studierte, haben mit Franz Merz und Ludwig Eubel zwei im Raum Amberg bestens bekannte Geistliche. Merz gewann den Gymnasiasten fĂŒr die Studierende Jugend Neudeutschland - der heutigen KSJ - und Eubel ĂŒberzeugte ihn letztlich vom Theologiestudium. Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1958 war er zunĂ€chst als Kaplan in Marktredwitz und Regensburg Herz-Jesu tĂ€tig. Ab August 1967 wurde er in die MilitĂ€rseelsorge berufen, zunĂ€chst als MilitĂ€rpfarrer in Hemau, dann in Regensburg, wo er im Dezember 1972 zum MilitĂ€rdekan ernannt wurde. Im Oktober 1976 wechselte er als Pfarrer nach Marktredwitz in die Pfarrei Herz-Jesu, ehe er am 1. September 1989 die Stadtpfarrei Hirschau ĂŒbernahm.

Wenn auch in der Pfarrei keine grĂ¶ĂŸeren Bauprojekte anstanden, mussten doch Maßnahmen wie den Umbau des Pfarr- und Jugendheimes und die Sanierung des Treppenhauses im Turm der Pfarrkirche bewĂ€ltigt werden, nicht zu vergessen die Generalsanierung der Filialkirche MariĂ€ Opferung in Weiher. Als Schwerpunkte seines Wirkens erachtete er stets die Seelsorge und die Liturgie. In seinen geschliffenen Predigten rief er dazu auf, christliche Positionen unmissverstĂ€ndlich zu vertreten und die Dinge beim Namen zu nennen - auch wenn der Zeitgeist anders wehte. Nicht dem blind gehorchenden, dem mĂŒndigen Christen redete er das Wort, der ĂŒber ZustĂ€nde in Kirche und Staat nicht „anonym murrt“, sondern offen die Meinung sagt und konstruktive Kritik Ă€ußert. Von den Kritikern verlangte er die Bereitschaft, selbst mit anzupacken. Mitstreiter fand Pfarrer Demleitner in Hirschau in beachtlicher Anzahl, weil er stets bestrebt war, ein „Seelsorger fĂŒr alle“ zu sein. Die kirchlichen Vereine konnten sich sicher sein, dass sich ihr PrĂ€ses bzw. Geistl. Beirat ihnen aus Überzeugung zugehörig fĂŒhlte. Generell war er wegen seiner Offenheit, Leutseligkeit und natĂŒrlichen Herzlichkeit bei Katholiken wie Nicht-Katholiken hoch geschĂ€tzt. FreimĂŒtig bekannte er sich immer als „Teamarbeiter“, dem daran gelegen ist, aus der Gemeinde kommende Initiativen zu fördern. Als solcher erwies sich Pfarrer Demleitner bis zum Februar 2001 auch in seiner Funktion als Dekan des Dekanates Hirschau, das ab dann im Zuge der Dekanatsreform im Dekanat Sulzbach-Hirschau aufging.

Seine besondere FĂŒrsorge galt den Alten und Kranken! Ihm lag viel an regelmĂ€ĂŸigen Besuchen bei den Bewohnern des Seniorenwohn- und Pflegeheimes oder bei ambulant PflegebedĂŒrftigen. Seine WertschĂ€tzung fĂŒr die Arbeit der Caritas-Sozialstation, als deren Chef er stets im Hintergrund agierte, kam darin zum Ausdruck, dass er bei seinen persönlichen Festen auf Geschenke zugunsten der Pflegeeinrichtung verzichtete. Die Verbindung nach Hirschau ist nie abgerissen. Gerne folgte er Einladungen zu festlichen AnlĂ€ssen an seiner alten WirkungsstĂ€tte.

Seit seiner Ruhestandsversetzung Ende August 2003 lebte und wirkte Pfarrer Demleitner in Wernberg-Köblitz. FĂŒr die dortige Pfarreiengemeinschaft erwies er sich als echter GlĂŒcksfall. Pfarrer Markus Ertl stellt denn auch dankbar fest, dass Norbert Demleitner bis vor kurzem immer und ĂŒberall zur Stelle war, wo er gebraucht wurde. Am Sonntagabend verstarb Pfarrer Norbert Demleitner. Die Angehörigen der Pfarreiengemeinschaften in Hirschau und Wernberg-Köblitz trauern um eine von ihnen hoch geschĂ€tzte Persönlichkeit.

Das Requiem findet am morgigen Donnerstag, 27. April, um 15 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef in Unterköblitz statt, anschließend Beerdigung in Oberköblitz.

Die Angehörigen der Pfarreiengemeinschaften in Hirschau und Wernberg-Köblitz trauern um Dekan und Stadtpfarrer i. R. Norbert Demleitner. Am Sonntagabend ist er zu Hause verstorben. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Die Angehörigen der Pfarreiengemeinschaften in Hirschau und Wernberg-Köblitz trauern um Dekan und Stadtpfarrer i. R. Norbert Demleitner. Am Sonntagabend ist er zu Hause verstorben.

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