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Nachricht vom 20.11.2023 Sonstiges

Die Goldene Stra├če- eine Hauptschlagader des Mittelalters

Hirschau (Bericht von Gerhard Fleischmann)  Etwa 52 mal war Kaiser Karl der IV. (1316-1378) mit gro├čem Tro├č zwischen Prag und N├╝rnberg unterwegs und querte dabei Hirschau, das an der sogenannten ÔÇ×goldenen Stra├čeÔÇť liegt und daraus gro├če Vorteile f├╝r seine Entwicklung ziehen konnte. Allerdings kam es auf dieser Hauptverkehrsachse infolge des 30-j├Ąhrigen Krieges auch zu massiven Zerst├Ârungen.

Neben dem Kaiser hielten sich so auch K├Ânige, Kardin├Ąle, Ketzer oder Soldaten in der Region auf. Besonders der Anstieg des Weges zwischen Hirschau und Kohlberg verlangte den meist viersp├Ąnnigen Pferdefuhrwerken alles ab. Noch heute, mehr als 700 Jahre sp├Ąter sind die Einschnitte der Wege deutlich auszumachen. Der Weg vom Hirschau Ortsmitte bis Kohlberg Ortsmitte misst etwa elf Kilometer, ist markiert mit dem B├Âhmischen L├Âwen und hat sich zu einem beliebten Wanderweg entwickelt.

Diesem geschichtstr├Ąchtigen Gebiet trug der Oberpf├Ąlzer Waldverein, unterst├╝tzt durch die Stadt Hirschau und deren Bauhof, nun Rechnung und stellte zur Information der Wanderer eine sehr ansprechend gestaltete Infotafel auf. Am 30.Jamuar 1367, so ist dort zu lesen, befahl der Kaiser, ÔÇ×das die Stra├če, die bei der stat geet, durch die stat geen sollÔÇť. Dass Hirschau nicht mehr umfahren werden durfte zog eine Bl├╝tezeit f├╝r Handel und Gewerbe in Hirschau nach sich. Problematisch f├╝r die Gespanne war der Anstieg des Weges von der heutigen Waldm├╝hle, in der Senke nach Hirschau links der Hauptstra├če nach Weiden, bis zum Gipfel des Kohlb├╝hls. Der Bauer der Waldm├╝hle hatte das Vorspannrecht und damit auch die Pflicht Pferde und/oder Ochsen gegen Lohn vorzuspannen und damit die Lenker der Gespanne zu unterst├╝tzen.

Die Pferde w├╝hlten den Boden mit ihren Hufen zus├Ątzlich auf, die d├╝nnen, eisenbeschlagenen Holzr├Ąder sanken dadurch immer tiefer ein, so dass ein Wegst├╝ck nach dem anderen mit der Zeit unpassierbar wurde und daneben neue Hohlwege, insgesamt 14 an der Zahl entstanden.

Um dieses St├╝ck Geschichte f├╝r den Wanderer erlebbar zu machen, l├Ąuft die Wanderstrecke auch quer durch die Hohlwege. So kann man die M├╝hen der Fuhrleute sehr gut nachvollziehen.

Die erste Markierung des Weges vor ├╝ber 20 Jahren erfolgte durch Kurt Heinold.

Inzwischen k├╝mmern sich Wegepate Hans Meindl, der Hirschauer Wanderbeauftragte Manfred Kindzorra unterst├╝tzt vom Oberpf├Ąlzer Waldverein um den Weg. Dass der Pfad nicht schnell zuw├Ąchst, dazu tragen auch die Mountainbiker bei, denen das h├╝gelige Gel├Ąnde entgegenkommt, ein gutes Nebeneinander wurde festgestellt.

Ehrenamtliche und der Oberpf├Ąlzer Waldverein, die Stadt Hirschau ziehen an einem Strang bei der Pflege des Wegs entlang der Goldenen Stra├če

Von links: Manfred Kindzorra, Wanderwart Hirschau, Robert Reil, Hauptwegemeister OWV, Roland Singer, Bauhofleiter Hirschau, Hans Meindl, Wegepate Goldene Stra├če
rechts vom Bild 1.B├╝rgermeister Hermann Falk, Kurt Heinold, OWV Wegbegr├╝nder, Norbert Griesbacher, Schatzmeister OWF 
 - Foto von Gerhard FleischmannFoto: Gerhard Fleischmann
Von links: Manfred Kindzorra, Wanderwart Hirschau, Robert Reil, Hauptwegemeister OWV, Roland Singer, Bauhofleiter Hirschau, Hans Meindl, Wegepate Goldene Stra├če rechts vom Bild 1.B├╝rgermeister Hermann Falk, Kurt Heinold, OWV Wegbegr├╝nder, Norbert Griesbacher, Schatzmeister OWF

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Foto: Gerhard Fleischmann