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Nachricht vom 04.01.2024 Sonstiges

Berta Schiffl verstorben

Massenricht (Bericht von Werner Schulz)  Berta Schiffl war Gastwirtin und K√∂chin mit Leib und Seele. Die tiefgl√§ubige Katholikin genoss weit √ľber die Grenzen Massenrichts hinaus hohe Wertsch√§tzung. An Silvester 2023 verstarb sie im Alter von 90 Jahren.

Das Licht der Welt erblickte Berta Schiffl am 27. Juni 1933 als zweites Kind der Eheleute Baptist und Anna Pr√∂sl, geb. Luber, in Massenricht. Ihre Eltern betrieben neben der Landwirtschaft auch ein Wirtshaus. Zur Schule ging sie zuerst in Ehenfeld, sp√§ter in Massenricht. Anschlie√üend besuchte sie die Haushaltungsschule in Amberg. Im Jahr 1939, als sie sechs Jahre alt war, verstarb ihr Vater, ihre 13 Jahre √§ltere Schwester Margareta im Jahr 1947. Schon als Vierzehnj√§hrige musste Berta Schiffl zusammen mit ihrer Mutter den Bauernhof und das Gasthaus bewirtschaften. Die Mutter, so Berta Schiffl zeitlebens, legte ihr nahe, sich m√∂glichst bald einen Mann zu suchen. Der k√∂nnte bei der vielen schweren Arbeit tatkr√§ftig helfen. Den m√ľtterlichen Rat befolgte sie offenbar. Am 24. August 1952 heiratete sie im Alter von 19 Jahren den Kfz-Mechaniker Franz Schiffl. Er war als Heimatvertriebener aus Brand bei Tachau im Sudetenland in die Oberpfalz gekommen und wohnte auf dem nahen Mauerhof. Bald stellte sich Kindersegen ein. Berta Schiffl musste es allerdings verkraften, dass ihr erstes Kind, ein Sohn, bei der Geburt verstarb. In den Folgejahren schenkte sie den vier Buben Franz, Karl, Hermann und G√ľnter das Leben. F√ľr Berta Schiffl war es ein schwerer Schicksalsschlag, als ihr Sohn Karl im Jahr 2011 verstarb. Ihren Mann Franz musste sie bereits 2003 zu Grabe tragen.

Berta Schiffl verk√∂rperte das Idealbild einer Gastwirtin. Sie liebte es, sich mit Menschen zu unterhalten und hatte selber unendlich viel zu erz√§hlen. ‚ÄěDas habe ich von meinem Urgro√üvater geerbt, der bereits 1876 ein Wirtshaus im Dorf hatte‚Äú, meinte sie bei ihrem 90. Geburtstag. Zusammen mit ihrem Mann betrieb sie von 1971 bis 1982 die R√∂dlaser Bergh√ľtte. Nach dreij√§hriger Ruhepause baute das Ehepaar den Stadel um und er√∂ffnete dort 1985 wieder ein Gastwirtschaft. Bertas Kochk√ľnste waren weit √ľber Massenricht hinaus bekannt. Ihr Wirtshaus erwarb sich rasch einen ausgezeichneten Ruf als Speiselokal. Geradezu legend√§r waren ‚ÄěBertls Karpfen‚Äú, egal ob gebacken oder blau. Im Jahr 2008 wurde zwar das Gasthaus geschlossen, aber die Gaststube wird bis heute von √∂rtlichen Vereinen f√ľr Veranstaltungen genutzt. Die Massenrichter CSU l√§dt z.B. allj√§hrlich dorthin zum Karpfenessen ein.

Seit 2016 war Berta Schiffl auf den Rollstuhl angewiesen. Die Fundamente daf√ľr, dass sie trotz der Schicksalsschl√§ge und ihrer Erkrankung ihre positive Lebenseinstellung behielt, waren der Zusammenhalt in ihrer Gro√üfamilie und ihr tiefer Glaube. Sie meldete sich in Leserbriefen zu Wort, kritisierte Parolen wie ‚ÄěMein Bauch geh√∂rt mir‚Äú als Versto√ü gegen die Gebote Gottes und f√ľhlte sich bei der Forderung nach Legalisierung der Sterbehilfe an die Zeiten des Nationalsozialismus erinnert. Regelm√§√üig meldete sie sich auch bei den Kirchenoberen zu Wort und schrieb dem Bischof ihre Meinung.

Am Silvestertag schlief sie zuhause friedlich ein, zwei Tage nach der R√ľckkehr von einem Krankenhausaufenthalt. Von Berta Schiffl nehmen am Samstag, 13. Januar, beim um 10 Uhr beginnenden Requiem in der Ehenfelder Pfarrkirche St. Michael nicht nur die drei S√∂hne, Schwiegert√∂chter, sieben Enkel und zwei Urenkel von Berta Schiffl Abschied, sondern eine gro√üe Trauergemeinde. Massenricht ist um eine markante und hoch gesch√§tzte Pers√∂nlichkeit √§rmer.

Im Alter von 90 Jahren verstarb an Silvester die Gastwirtin Berta Schiffl, die weit √ľber die Grenzen Massenrichts hinaus hohe Wertsch√§tzung genoss. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Im Alter von 90 Jahren verstarb an Silvester die Gastwirtin Berta Schiffl, die weit √ľber die Grenzen Massenrichts hinaus hohe Wertsch√§tzung genoss.

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Foto: Werner Schulz