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Nachricht vom 02.02.2024 Sonstiges

Erinnerung an Hans Fleischmann

ein Vorbild an Willenskraft und Gemeinsinn

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Waschechten Hirschauern, die ├Ąlter als 50 Jahre sind, ist sein Name ein Begriff: Hans Fleischmann. Ob als Mitarbeiter der Stadtverwaltung, als CSU-Kommunalpolitiker oder Berichterstatter f├╝r die Amberger Zeitung ÔÇô er genoss gro├če Wertsch├Ątzung.

Hans Fleischmann, am 1. Februar 1929 in Hirschau geboren, erlebte eine alles andere als leichte Kindheit und Jugend. Noch im Jahr seiner Geburt verstarb seine Mutter. Auch den Vater verlor er fr├╝h. Ab seinem 11. Lebensjahr litt er infolge einer unheilbaren Erkrankung an einer schweren Gehbehinderung. Nach deren Ausbruch verbrachte er ein Jahr im Hirschauer Krankenhaus, bestens umsorgt von Schwester Edwardina, dann l├Ąngere Zeit in einer Spezialklinik in Abensberg. Erst mit 18 Jahren konnte er bei der Stadtverwaltung eine Lehre beginnen, danach die Verwaltungsschule besuchen. Das Hirschauer Rathaus blieb 35 Jahre lang sein berufliches Zuhause, davon gut 20 Jahre als gewissenhafter Kassenverwalter, bis er am 31. Januar 1994 aus gesundheitlichen Gr├╝nden in den Ruhestand trat.

Trotz seiner Behinderung engagierte sich Hans Fleischmann von Jugend an vorbildlich f├╝r das Gemeinwohl. Er widmete sich der kirchlichen Jugendarbeit, war Gruppen-, Pfarr- und Dekanatsjugendf├╝hrer. Der Kolpingsfamilie trat er 1947 sofort nach deren Wiedergr├╝ndung bei und geh├Ârte deren Vorstandschaft ├╝ber 20 Jahre an. Auch im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung war er lange Jahre t├Ątig. Von der kirchlichen Jugendarbeit f├╝hrte sein Weg direkt zum politischen Engagement.

Hans Fleischmann trat 1953 in die Junge Union ein und gr├╝ndete 1961 in Hirschau den JU-Ortsverband, den er zehn Jahre als Vorsitzender f├╝hrte. Der CSU trat er 1955 bei und ├╝bernahm dort sofort Verantwortung, zun├Ąchst als Schriftf├╝hrer, dann von 1969 bis 1972 als stellv. Ortsvorsitzender, von da ab bis zu seinem gesundheitsbedingten Amtsverzicht im Jahr 1979 als 1. Vorsitzender. In seine Amtszeit fielen die Gr├╝ndung des Ortsverbandes der Frauen Union am 10. Oktober 1973 und die Gebietsreform, bei deren Abwicklung er in hohem Ma├če integrierend wirkte. Der CSU-Ortsverband w├╝rdigte Fleischmanns verdienstvolles Wirken 1999 mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.

Doch gingen eine Aktivit├Ąten weit ├╝ber Hirschau hinaus: Von 1960 bis 1964 war er stellv. Kreisvorsitzende der Jungen Union im Alt-Landkreis Amberg. Von 1964 bis 1970 erlebte die Landkreis-JU unter seinem Vorsitz eine einzigartige Bl├╝tezeit. Nicht weniger als 26 JU-Ortsverb├Ąnde mit ├╝ber 1 000 Neumitgliedern hob er aus der Taufe. Auch in der CSU ├╝bernahm er ├╝ber├Ârtlich Verantwortung. Von 1964 bis 1972 war er stellv. CSU-Kreisvorsitzender und 30 Jahre lang Mitglied der CSU-Landesversammlung.

Hans Fleischmanns vielf├Ąltiges Engagement f├╝r das Gemeinwohl honorierte die Bev├Âlkerung bei den Kommunalwahlen. Er wurde 1966 in den Stadtrat gew├Ąhlt, musste sein Mandat als Rathausbesch├Ąftigter aber 1972 nach dem Erlass des ÔÇťInkompatibilit├ĄtsgesetzesÔÇŁ aufgeben. Nach seiner Ruhestandsversetzung kandidierte er 1984 und 1990 wieder mit Erfolg f├╝r den Stadtrat. Gesundheitliche Gr├╝nde zwangen ihn 1994 zum Verzicht auf das Mandat. Auch als Kreisrat trug er insgesamt 13 Jahre Verantwortung. F├╝r sein 25-j├Ąhriges Wirken im Jugendwohlfahrtsausschuss wurde er mit der Silbernen Landkreismedaille ausgezeichnet, mehrere Perioden bekleidete er das Sch├Âffenamt beim Schwurgericht.

Bei allem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement bewahrte sich Hans Fleischmann ├╝ber Jahrzehnte einige Hobbys: Das Fotografieren und - eng damit verbunden - die Pressearbeit. Das Zeichen ÔÇ×flÔÇŁ war f├╝nf Jahrzehnte lang ein Markenzeichen f├╝r schnelle, ausf├╝hrliche und objektive Berichterstattung in der AZ. ├ťber den Fr├Ąnkischen Besucherring organisierte er Theaterbesuche der verschiedensten Genres in N├╝rnberg. Seine Urlaube verbrachte er zusammen mit seiner Frau Lilli, die er am 31. M├Ąrz 1970 heiratete, regelm├Ą├čig auf dem Pfefferhof in Gro├čloitzenried. Erleichterung verschafften ihm seine mehrfachen Kuraufenthalte in Bad F├╝ssing. Er liebte Volksmusik und Brettspiele wie M├╝hle oder Dame. Bei diesen lie├č er seiner Frau Lilli keine Chance, wie sie selber nach Jahren noch frustriert einr├Ąumt. Mehr Gl├╝ck hatte da sein fr├╝herer Arbeitskollege Josef Weih. Er besuchte ihn bis kurz vor seinem Tod jeden Freitag und spielte mit ihm Schach, auch als dieser ab 2001 schon bettl├Ągerig war und von seiner Frau Lilli liebe- und hingebungsvoll gepflegt wurde. Am Mittwoch, den 14. Juni 2006, verstarb Hans Fleischmann in den Mittagsstunden zu Hause.

Zum dankbaren Gedenken an Hans Fleischmann trafen sich an seinem 95. Geburtstag an seinem Grab v. l.: 3. Bgm. Hermann Gebhard, 2. Bgm. B├Ąrbel Birner, Schatzmeister Reinhold Birner, stv. Ortsvors. Stadtrat Dr. Hans-J├╝rgen Sch├Ânberger, Alt-Bgm. Helmut R├Âsch, Lilly Fleischmann, stv. Ortsvors. Stadtrat Martin Merkl und Ehrenkreis- und Ortsvors. Werner Schulz. Er w├╝rdigte die Verdienste Hans Fleischmanns. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Zum dankbaren Gedenken an Hans Fleischmann trafen sich an seinem 95. Geburtstag an seinem Grab v. l.: 3. Bgm. Hermann Gebhard, 2. Bgm. B├Ąrbel Birner, Schatzmeister Reinhold Birner, stv. Ortsvors. Stadtrat Dr. Hans-J├╝rgen Sch├Ânberger, Alt-Bgm. Helmut R├Âsch, Lilly Fleischmann, stv. Ortsvors. Stadtrat Martin Merkl und Ehrenkreis- und Ortsvors. Werner Schulz. Er w├╝rdigte die Verdienste Hans Fleischmanns.

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Foto: Werner Schulz
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