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Nachricht vom 15.04.2024 Kultur & Feste

„Leben am Rand/Living On The Edge“ – Kevin Coyne-Ausstellung in Hirschau

Amberg-Sulzbach/Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  â€žLeben am Rand/Living On The Edge“ – unter dieser Ăśberschrift sind im evangelischen Gemeindehaus in Hirschau noch bis 21. April Druckgrafiken des britischen Malers, Dichters und Rockmusikers Kevin Coyne zu sehen.

Zur Eröffnung der Ausstellung, die vom Evangelischen Bildungswerk Oberpfalz und der „Kulturwerkstatt Hirschau e.V.“ präsentiert wird, hatten sich ca. 40 Gäste eingefunden.

Begrüßt wurden diese von Bettina Hahn, der Geschäftsführerin des Bildungswerkes. Ihr Dank galt zuallererst Pfarrer Stefan R. Fischer und der Kirchenverwaltung für die Überlassung der Räume. Ihre Freude darüber, dass das Coyne-Projekt EBW und Kulturwerkstatt gemeinsam auf die Beine gestellt haben, verband Hahn mit der Hoffnung, dass die neue Kooperation keine „Eintagsfliege“ bleibt. Ein besonderes Willkommen galt der neuen EBW-Kollegin Bettina Kopp. Auf deren neuen Impulse und Ideen sei man sehr gespannt. Dass man die „kleine, aber feine Ausstellung“ rund um den Künstler zeigen könne, verdanke man Stefan Voit, der die Bilder zur Verfügung gestellt hat. Coynes Werke, so Hahn, lassen sich als „etwas bunt, etwas skurril, teils ernst und komisch“ beschreiben. Die Motive seien oft Alltagssituationen, die Coyne als scharfen und kritischen Beobachter auszeichnen. Coyne hatte ein Herz für Außenseiter. Als Rockmusiker wie als leidenschaftlicher Maler sei er vielseitig gewesen. Die Ausstellung zeige einen kleinen Ausschnitt aus seinem Gesamtwerk. Bis zu seinem Tod im Jahr 2004 habe er mehrere Tausend Zeichnungen und Hunderte Acrylbilder erschaffen, außerdem Plattencover, Gedichte und andere Texte. Als Musiker habe er mehr als 40 Alben veröffentlicht und Musicals auf die Bühne gebracht. Seine Freunde beschreiben ihn als Workaholic, dessen Schaffen eine große Vielfalt und einen typisch britischen schwarzen Humor zeigt. Mit diesen Attributen passe Coyne sehr gut zur Arbeit des EBW. Ein Herz für Außenseiter, für Menschen am Rande und für Themen zu haben, die nicht nur Mainstream sind und dennoch sichtbar werden müssen – all das seien zentrale Aspekte der EBW-Arbeit, zu der auch scharfe und kritische Beobachtung gehört.

Bürgermeister Hermann Falk zeigte sich hoch erfreut über die Ausstellung, räumte zugleich freimütig ein, den Künstler nicht zu kennen. Bettina Hahn habe ihm Kevin Coyne schon etwas näher gebracht. Falk lobte die Zusammenarbeit von EBW und Kulturwerkstatt. Der junge Verein mit seinem Vorsitzenden Ralph Brandt trage sehr viel dazu bei, anspruchsvolle Kulturveranstaltungen in Hirschau zu etablieren. Die Kulturwerkstatt sei eine große Bereicherung und ein echter Gewinn für die Stadt. Dank verdiene auch die evangelische Kirchengemeinde mit Pfarrer Stefan Fischer, die offen seien für derartige Veranstaltungen.

Diesem Dank schloss sich der Kulturwerkstatt-Vorsitzende Ralph Brandt nahtlos an. Die Ausstellung sei das erste groĂźe Projekt. Man freue sich, dafĂĽr das Evangelische Bildungswerk als Partner gefunden zu haben. Besonderen Dank sagte er Vorstandsmitglied Robert Hiemer. Von ihm sei die Initiative zur Ausstellung ausgegangen.

Coynes künstlerischer Nachlassverwalter Stefan Voit, der Coyne seit den 1980er Jahren kannte, gewährte einen Einblick in dessen Leben und Schaffen. Bevor Coyne Rockmusiker wurde, habe er am Derby College of Art Grafik und Malerei studiert. Danach sei er mehrere Jahre als Sozialarbeiter in der Psychiatrie tätig gewesen. Die Beschäftigung mit Außenseitern habe ihn sehr geprägt. Vielleicht sei deshalb das Gesamtkunstwerk Coyne nur in der Wechselwirkung mit seinen bildnerischen Wurzeln und seinem sozialen Engagement zu verstehen. 2024 sei das Jahr des 80. Geburtstages und zugleich 20. Todestages von Kevin Coyne. Die Ausstellung sei eine Chance, das englische Ausnahmetalent nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dass dies in Hirschau möglich gemacht wurde, dafür gelte der Dank sowohl dem Evangelischen Bildungswerk als auch der Kulturwerkstatt Hirschau.

Die im Gemeindehaus ausgestellten Druckgrafiken Coynes sind auch käuflich zu erwerben. Auch Bücher und CDs des Künstlers werden zum Kauf angeboten. Die Ausstellung ist am Samstag, 20. April, von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag, 21. April, von 10 bis 16 Uhr sowie zu den Öffnungszeiten des EBW geöffnet.

Im Rahmen der Kevin Coyne-Ausstellung findet am kommenden Mittwoch, 17. April um 19 Uhr im Gemeindehaus, Martin-Luther-Straße 11-15, ein Vortragsabend mit dem Thema „Suchterkrankungen“ statt. Referent ist Benjamin Treffert, Sozialpädagoge und Teamleiter der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme Amberg.

Einen ansprechenden Abschluss findet die Ausstellung mit der Finissage, die am Sonntag, 21. April, um 19 Uhr beginnt, mit einem Konzert des Sängers und Liedermachers Tom Liwa. Er singt sowohl Lieder von Kevin Coyne als auch eigene Stücke. Im Vorverkauf kostet der Eintritt 12 Euro, an der Abendkasse 14 Euro. Karten gibt es bei okticket, beim EBW und an der Abendkasse.

„Leben am Rand/Living On The Edge“ – unter dieser Überschrift sind im evangelischen Gemeindehaus in Hirschau Druckgrafiken des britischen Malers, Dichters und Rockmusikers Kevin Coyne zu sehen. Bei der Vernissage v. l.: Bürgermeister Hermann Falk, Ausstellungs-Initiator Rob Hiemer, Kulturwerkstattvorsitzender Ralph Brandt, Kurator Stefan Voit, Pfarrer Stefan R. Fischer und EBW-Geschäftsführerin Bettina Hahn. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
„Leben am Rand/Living On The Edge“ – unter dieser Überschrift sind im evangelischen Gemeindehaus in Hirschau Druckgrafiken des britischen Malers, Dichters und Rockmusikers Kevin Coyne zu sehen. Bei der Vernissage v. l.: Bürgermeister Hermann Falk, Ausstellungs-Initiator Rob Hiemer, Kulturwerkstattvorsitzender Ralph Brandt, Kurator Stefan Voit, Pfarrer Stefan R. Fischer und EBW-Geschäftsführerin Bettina Hahn.

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