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Nachricht vom 18.10.2024 Rathaus

Verleihung der Goldenen Bürgermedaille an Werner Schulz und Rudi Wild.

Hirschau (Bericht von Fritz Dietl )  Bei der öffentlichen Sondersitzung des Stadtrates der Stadt Hirschau, war der historische Sitzungssaal bis auf den letzten Platz besetzt. Es wurden sogar noch Stühle zusätzlich bereit gestellt. Bürgermeister Hermann Falk begrüßte die Mitglieder des Stadtrates, Altbürgermeister Hans Drexler, die Ortsprecher und Familienangehörige, Freunde und Wegbegleiter von Werner Schulz und Rudi Wild.

Zur Einleitung meinte Bürgermeister Falk: „Es gibt Momente im Leben, in denen wir innehalten und auf besondere Menschen blicken, deren Lebenswerk nicht nur durch beeindruckende Zahlen und Leistungen definiert wird, sondern durch ein Herz, das sich unermüdlich für die Gemeinschaft und das Wohl anderer einsetzt. Werner Schulz und Rudi Wild haben sich in herausragender Weise um die Stadt Hirschau verdient gemacht. Mit der Verleihung der Goldenen Bürgermedaille möchten wir unseren tiefen Dank und unsere höchste Anerkennung zum Ausdruck bringen“

In seiner Laudatio für Werner Schulz ging der Bürgermeister zu Beginn auf dessen Wirken in der Pfarrei Hirschau ein. Es begann mit dem Eintritt in die Schola der Pfarrei und dem Lektorendienst. Dies war der Beginn eines jahrzehntelangen Engagements in der Pfarrei. Seit 2018 ist er auch aktives Mitglied in der Kirchenverwaltung der Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Auch die kirchliche Jugendarbeit hat er maßgeblich geprägt. Mit Begeisterung leitete er eine Jugendgruppe der Katholischen Jungen Gemeinde. 1967 wurde Werner Schulz zum Dekanatsjugendleiter gewählt. Bereits seit 1966 war er Pfarrjugendleiter. In dieser Funktion hat er die KJG-Zeitschrift „Kontakt“ herausgegeben und er legte damit auch den Grundstein seiner journalistischer Tätigkeit. Bis heute übernimmt er die Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit für mehr als 80 Organisationen und Vereine. Das Zeichen „u“ in der Zeitung kennt jeder.

Auch im sportlichen Bereich hat er sich stark engagiert. Als aktiver Spieler bestritt er rund 300 Spiele für den TuS und war vier Jahre Gesamtjugendleiter des Vereins.

Ein weiterer Meilenstein seiner Verdienste war nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Gründung der Bürgerinitiative „Das Kreuz muss bleiben“ im Jahr 1995. Höhepunkt des Protests gegen dieses Urteil war die Kundgebung auf dem Marktplatz in Amberg, mit rund 5000 Teilnehmern.Schon früh interessierte sich Werner Schulz für die Politik. Von 1969 bis 1973 war Werner Schulz stellvertretender Ortsvorsitzender der Jungen Union Hirschau und von 1979 bis 1993 örtlicher CSU-Vorsitzender. Besonders prägend war seine Tätigkeit als Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, ein Amt, das er von 1984 bis 2008 innehatte. Für seine außerordentlichen Verdienste wurde er im Jahr 2013 zum CSU-Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein politischer Einsatz war auch überörtlich geprägt. Er war ab 1981 Mitglied in der CSU-Kreisvorstandschaft. Ab 1987 stellvertretender und von 1993 bis 2001 Kreisvorsitzender der Partei. Von 1990 bis 2002 war er Mitglied des Kreistages und von 1996 bis 2002 stellvertretender Landrat. Für seinen Einsatz für das Gemeinwohl wurde er 2003 zum Ehrenkreisvorsitzenden der CSU ernannt und erhielt im selben Jahr die Dankurkunde des Landkreises für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung. Im Jahr 2007 wurde ihm für seine besonderen Verdienste um das Gemeinwohl und sein langjähriger Einsatz in der Kommunalpolitik das Bundesverdienstkreuz verliehen. Besonders bemerkenswert ist seine Teilnahme als Wahlmann bei der Bundespräsidentenwahl 1994, als Roman Herzog ins Amt gewählt wurde.

Von 2005 bis 2008 war er im Aufsichtsrat der Freizeitpark Monte Kaolino GmbH, was seine vielseitigen Beiträge zur kommunalen Entwicklung unterstreicht.

Jahrelang war er als Referent für das katholische Bildungswerk in der Diözese Regensburg unterwegs, um in Kindergärten und Schulen zum Thema: „Ist unser Kind schulfähig?“ zu referieren.

Neben dem kirchlichen ist auch das enorme soziale Engagement von Werner Schulz hervorzuheben. Als ihm bewusst wurde, dass das Hirschauer Krankenhaus nicht mehr existenzfähig ist, gründete er am 3. November 1984 den „Förderkreis Alten- u. Pflegeheimbau“, dessen erster Vorsitzende er seit 2005 ist. Dank seiner Initiative konnten bisher beeindruckende 500 000 Euro gesammelt werden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Förderkreis weiter und die Unterstützung erstreckt sich auf die gesamte Seniorenarbeit, mit Tagespflege und Seniorentreff. Die Umwandlung des Krankenhauses in ein Alten- u. Pflegeheim war maßgeblich sein Verdienst.

Seit 2006 engagiert er sich außerdem im Vorstand der Organisation Africa Luz. Mit seiner Berichterstattung und der Öffentlichkeitsarbeit konnten viele Spenden generiert werden.

Auch aus dem kulturellen Leben von Hirschau ist Werner Schulz nicht wegzudenken. Bereits 1963 trat er zusammen mit Heinrich Schuster als „ Hirschauer Boum“ auf und wurde beim 3. Bayerischen Kindersingen Sieger. Seit 1989 moderiert er das Osterkonzert des Musikzugs der Stadt Hirschau. Für seine Verdienste erhielt er 2017 die Verdienstmedaille in Gold von der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände und wurde 2024 Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

In der Laudatio für Rudi Wild hob Bürgermeister Falk dessen Bürgernähe hervor. „ Er ist bekannt, egal wo du mit jemand sprichst, den Rudi kennt jeder“.

Sein Lebensweg ist eng mit dem Sport und dem Vereinsleben in Hirschau verknüpft. Seine Leidenschaft für den Fußball und sein außergewöhnliches Talent als Spieler sprechen für sich. In 1216 Spielen hat er 672 Tore erzielt. Danach hat er sein Wissen als Trainer an die jüngere Generation weitergegeben und zwischen 1972 und 1988 als Trainer verschiedener Jugendmannschaften viele Erfolge gefeiert. Ab 1978 war er 2. Vorstand beim TuS Hirschau und von 1986 bis 1992 1. Vorsitzender des Vereins. Seit 1995 ist er 2. Vorstand des fusionierten Vereins TuS/WE sowie Spielleiter und Verantwortlicher für den Sicherheitsdienst des Vereins. Ein besonders mutiger und weitsichtiger Schritt war 1995 die Fusion des TuS Hirschau mit der Spielvereinigung Weiße Erde Hirschau. Als Initiator dieser Fusion hat er einen entscheidenden Beitrag geleistet, um den Fußball in Hirschau langfristig konkurrenzfähig zu machen. Im Jahr 2012 trug er maßgeblich zu einer weiteren Kooperation bei, diesmal zwischen dem TuS/WE und der DJK Ehenfeld-Massenricht. Eine Verbindung, die beiden Vereinen erlaubt, eigenständig zu bleiben, aber dennoch gemeinsam erfolgreich zu sein. Von 1993 bis heute ist er Mitglied im Verwaltungsrat der Sportpark GbR und hat somit maßgeblich zur Entwicklung der sportlichen Infrastruktur in Hirschau beigetragen. 22 Mal hat er bis 2007 den beliebten Sportlerball im Josefshaus organisiert. Als Organisator, auch von Saisonabschlussfahrten und Fahrten zu Biathlon-Weltcups, ist er einfach ein Multitalent.

Seit 1988 ist er unermüdlich als Sportabzeichen-Obmann tätig und es ist ihm ein Herzensanliegen, Menschen zur sportlichen Bewegung zu motivieren. Von Frühjahr bis Herbst steht er mit seinem Team auf dem Schulsportplatz, um das Sportabzeichen abzunehmen.

Doch nicht nur der Sport, auch die Senioren der Stadt liegen ihm am Herzen. Seit 2008 ist er Sprecher des Heimbeirats des Senioren- und Pflegeheims St. Barbara. Seine Tatkraft und sein Organisationstalent bei Veranstaltungen und Ausflügen tragen dazu bei, den Alltag der Bewohner zu erleichtern und ihnen Freude zu bereiten.

Neben seinem Einsatz für den Sport und die Senioren ist er auch noch politisch für Hirschau aktiv. Seit 1971 ist er Mitglied der SPD und seit 2009 Mitglied im Kreisvorstand. Seit 2008 ist er auch Mitglied im Hirschauer Stadtrat. Als einer der Seniorenbeauftragten kümmert er sich um das Wohlergehen der älteren Mitbürger.

Beide Geehrte hoben bei ihren Dankesworten die Unterstützung des Elternhauses bei der schulischen und beruflichen Entwicklung hervor. Rudi Wild dankte seiner Ehefrau Marianne, für die Unterstützung in all den Jahren. Auch Werner Schulz erinnerte in bewegenden Worten an seine Ehefrau Theresia, bei der 2011 eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde und die 2022 verstorben ist. Beide dankten auch Klaus Conrad, der immer ein offenes Ohr für die Belange der Stadt Hirschau hat und die beiden neuen Träger der Goldenen Bürgermedaille bei den unterschiedlichsten Projekten bis zum heutigen Tag, siehe Waldkindergarten, finanziell unterstützt.

Die Geehrten Werner Schulz, vorne 2. von li. und Rudi Wild, 3. von re. zusammen mit Vertretern der im Stadtrat vertretenen Parteien, sowie Marianne Wild, 2. von re. und Bürgermeister Hermann Falk, hinten 2. von re.  - Foto von Fritz DietlFoto: Fritz Dietl
Die Geehrten Werner Schulz, vorne 2. von li. und Rudi Wild, 3. von re. zusammen mit Vertretern der im Stadtrat vertretenen Parteien, sowie Marianne Wild, 2. von re. und Bürgermeister Hermann Falk, hinten 2. von re.

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Foto: Fritz Dietl
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