Hirschau (Bericht von Werner Schulz) Seit 2000 leistet die Organisation Africa Luz in Nepal wertvolle Hilfe auf medizinischem und sozialem Gebiet. Hirschaus 2. BĂŒrgermeisterin BĂ€rbel Birner und ihr Mann Reinhold waren dort vor Kurzem einmal mehr zu einem Hilfseinsatz unterwegs.
BĂ€rbel Birner ist seit GrĂŒndung von Africa Luz durch Professor Dr. Dieter Dausch 1998 erehrenamtliche GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Organisation. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Lebenswerk des im Juni 2025 verstorbenen GrĂŒnders weiterzufĂŒhren. Mit ihrem 18. Nepal-Einsatz, bei dem sie zum 12. Mal von ihrem Mann Reinhold begleitet wurde, löste sie dieses Versprechen ein. Im Vorfeld erleichtert wurde das Unterfangen durch MdB Susanne Hierl. Sie vermittelte einen Besuch beim nepalesischen Botschafter Dr. Shail Rupakheti in Berlin. Dabei stellte sich heraus, dass die Ehefrau des Botschafters AugenĂ€rztin ist und dass sie und Professor Dausch einen gemeinsamen Bekannten haben - Dr. Sanduk Ruit, den GrĂŒnder des âTilganga Institutes of Ophthalmologyâ in Kathmandu. Dort kauft BĂ€rbel Birner seit Jahren u.a. intraoculare Linsen, die bei an Grauem Star erkrankten Patienten eingesetzt werden. Die in der Botschaft ausgestellten Visa ermöglichten den Birners eine problemfreie Einreise in Nepal.
Dr. Ruits Klinik in Kathmandu war erste Anlaufstelle fĂŒr BĂ€rbel und Reinhold Birner. Dort wurden 300 intraoculare Linsen eingekauft, in einem anderen medizinischen GroĂhandel ein stationĂ€res und ein ambulantes Refraktometer. Die GerĂ€te ermöglichen eine genaue Messung von Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit. Mit Sher Bahadur, seit 2006 fĂŒr Africa Luz Verbindungsmann zu Green Society Nepal, ging es nach Sauraha im Chitwan Nationalpark. Tags darauf ĂŒbergab BĂ€rbel Birner die Refraktometer an das medizinische Personal des Ambulatoriums in Bharatpur und wies die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Handhabung der GerĂ€te ein. Das stationĂ€re GerĂ€t verbleibt im Ambulatorium, das ambulante wird bei EinsĂ€tzen im Eyecamp im Hochland verwendet. Vor dem Ambulatorium warteten rund 200 Patienten geduldig auf ihre Untersuchungen durch den Optometristen. Die 300 Linsen lieferte sie am Folgetag im Bharatpur Eye Hospital bei der Chefin Dr. Ashwini ab. In der Klinik werden die vom Ambulatorium in Sauraha ĂŒberwiesenen Patienten kostenlos operiert. Ein besonderes Anliegen war BĂ€rbel Birner der Besuch bei den Chepang-Ureinwohner im Hochland. Wie schon bei frĂŒheren Besuchen wurden sie mit Lebensmittel, vor allem Reis, Linsen und Fleisch, versorgt. Wegen des unwegsamen GelĂ€ndes kapitulierte das Transportfahrzeug ca. einen Kilometer vor dem Dorf. Die Einwohner schleppten die Waren zu FuĂ nach Hause. Den Dorflehrer versorgte BĂ€rbel Birner mit Schulmaterialien.
Bei der Hochwasserkatastrophe 2017 waren in Sauraha zahlreiche HĂ€user vollkommen zerstört und 30 Familien obdachlos worden. Zum Wiederaufbau ĂŒbergab ihnen BĂ€rbel Birner damals eine 20 000-Euro-Spende von Klaus Conrad. Jetzt konnte sie sich ĂŒberzeugen, dass die Familien wieder ein Dach ĂŒber dem Kopf haben.
In der Schule in Sauraha, fĂŒr die Africa Luz das GrundstĂŒck bereitgestellt hatte, wurden die Birners mit groĂem Hallo begrĂŒĂt. Die LehrkrĂ€fte nahmen die elf Laptops, eines davon fĂŒr die BĂŒcherei, dankbar entgegen. Zu einem hoch emotionalen Erlebnis wurde der Besuch bei den 160 Kindern im Chepang-Waisenhaus. FĂŒr diese hatte man Nahrungsmittel fĂŒr einen Monat mitgebracht, vor allem Reis, Hirse, GemĂŒse und Fleisch. Bei der Essenszubereitung mĂŒssen die Kinder immer mithelfen. Mit privaten Spenden der Familien Birner und Dausch wurden fĂŒr zwei bedĂŒrftige Familien Betten, Matratzen, Farben und Nahrungsmitteln gekauft, auĂerdem auf Empfehlung von Shiri Bahadur fĂŒr zwei weitere, extrem arme Familien neue Betten, KĂŒchenmöbel und Reis.
Trotz aller Anstrengungen fiel BÀrbel und Reinhold Birner das Abschiednehmen nach 16 Tagen richtig schwer. Zu sehr ist man mit den Menschen dort schon verbunden. Die Erlebnisse und gemachten Erfahrungen habe sie darin bestÀrkt, im Jahr 2027 den nÀchsten Nepal-Einsatz zu unternehmen.
Foto: Reinhold BirnerMöchten Sie Ihre Nachrichten/Presseberichte hier veröffentlichen? Senden Sie einfach Ihre Artikel per E-Mail an uns und wir veröffentlichen Ihren Beitrag hier auf kaolinpott.de!
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